| Judentum / Religionen | ||
(gr.) Als Proselyten werden Menschen bezeichnet, die als Nicht-Juden geboren sind und später das Judentum annehmen.
Sie mußten sich der Beschneidung unterziehen und seit dem ersten Jahrhundert einem Proselytentaufe genannten Tauchbad. Während die Proselyten das ganze Gesetz des Mose einzuhalten verpflichtet sind, gab es einen Kreis sog. Gottesfürchtiger, welche nur den Monotheismus und Teile des Ritus pflegten. Die Anerkennung beider Gruppen als vollgültige Juden wird im Judentum unterschiedlich betrachtet (Reclams Bibellexikon, 404), denn die strenge Auslegung der Halachah besagt, daß Jude ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren wird. In hebräischer Sprache nennt man das Jüdischwerden eines Nichtjuden Gijur.
Luther verwendete in seiner Übersetzung der Bibel für Proselyten den Begriff Judengenossen (Mt 23,15).
In allgemeinerer Weise wird der Ausdruck Proselyt für jeden gebraucht, der von einer Religionsgemeinschaft bzw. Konfession zu einer anderen übertritt; verbreiteter ist im Allgemeinen der Begriff Konvertit.