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   Judentum / Altes Testament
 

Aaron

In den Mosebüchern ist dieser Begleiter des Mose und Priester der Israeliten. Wie Mose entstammt er dem Stamm Levi und wird als dessen Bruder genannt (2. Mose 4,14). Demnach wären die Prophetin Mirjam, Aaron und Mose Geschwister.

Ihre Eltern sind Amram, ein Nachkomme des Levi, und dessen Muhme (=Tante) Jochebed. Dabei ist Aaron drei Jahre älter als Mose (2. Mose 7,7). Aaron heiratete Eliseba, eine Tochter des Ammindadab, mit ihr ist er Vater von Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar (2. Mose 6,20-23).

Als Mose von Jahwe den Auftrag erhielt, Israel aus Ägyptenland zu führen, sich dieser Aufgabe aber mangels besonderer Rednergabe nicht gewachsen fühlt, wurde der beredte Aaron auserkoren, als „dessen Mund” für Mose, der „sein Gott sein” zum Volk zu sprechen (2. Mose 4,10-17).

Nachdem Aaron das erste Mal erfolgreich als Propagandist gewirkt hatte (2. Mose 4,27-31), begaben er und Mose sich zum Pharao und forderten den Abzug Israels, was der zunächst ablehnte (4. Mose 5,1-5). Auch als Aaron seinen Stab warf, der sich in eine Schlange verwandelte und die gleichfalls derart verwandelten Stäbe der ägyptischen Priester gefressen hatte, blieb Pharao ungerührt (2. Mose 7,8-13). Erst die zehn Plagen bewirkten bei ihm eine Änderung seines Sinnes.

Einige dieser Plagen wurden unmittelbar von Aaron ausgelöst, den Auftrag erhielt er jeweils von Mose, der von Jahwes (1. Verwandlung des Nilwassers in Blut, 2. Mose 7,19, 2.Froschregen 2. Mose 8,1-2, 3. Mückenplage 2. Mose 8,12).
Erst nach der zehnten Plage, der Tötung aller männlichen Erstgeburt, wurde Israel der Auszug gestattet und Mose und Aaron empfingen von Jahwes die Ordnug des Passahfestes (2. Mose 12).

Nach geglücktem Auszug aus Ägypten war es Aaron, unterstützt von Hur, der in der Schlacht gegen die Amalekiter den Mose dabei half, seinen Stab Gottes hochzuhalten, bis der Kampf zugunsten der Israeliten ausgegangen war (2. Mose 17,8-13). Ihr enges Verhältnis beschreibt weiter 2. Mose 18, als Mose, Aaron und die übrigen Priester des Mose Schwiegervater Jethro auf dem Berg Gottes trafen. Auch wurde er Gott selbst ansichtig (2. Mose 24,9-11).

Von Gott wurde Aaron nebst seiner Söhne zu Priestern bestimmt (2. Mose 28,1-3, 3. Mose 8) und von Mose sollten sie die Weihe empfangen (2. Mose 29,1-37). Diese Vorschriften erhielt Mose auf dem Berg Sinai, doch blieb er dort sehr lange, daß das Volk ungeduldig wurde. Darum baten die Leute den Aaron, ihnen Götter zu machen. Er willigte ein, sammelte die goldenen Ohrringe, welche Frauen und Männer zierten, ein und goß aus dem geschmolzenen Gold ein goldenes Kalb. Deshalb ließ Mose durch die Leviten dreitausend Männer aus dem Volk töten (2. Mose 32).
Das goldene Kalb schmolz Mose wieder ein, pulverisierte es, stäubte es in Wasser und gab es dem Volk zu trinken, was als Hinweis auf eine alchemistische Handlung gedeutet wird. (GEBELEIN, 103)

Ein weiteres Mal stellte Aaron sich in Opposition zu Mose und dessen Gott, als er mit Mirjam gegen Mose aufbegehrte. Die Strafe Jahwes traf Mirjam, doch Aaron bat Mose und der seinen Gott, daß er sie verschone (4. Mose 12).

Als das Volk, noch während des Wüstenzuges, am Berg Hor angekommen war, muß er sterben, weil er sich wegen seines gelegentlichen Aufbegehrens versündigt habe und daher das verheißene Land nicht betreten dürfe. Mose, Aaron und dessen Sohn Eleasar bestiegen den Berg, Aaron starb und Mose gab dessen Priesterkleid dem Sohn. Seinen Tod betrauerte das Volk 30 Tage lang (4. Mose 22-29).

Die Nachkommenschaft des Aaron, die Aaroniden, blieben die einzig rechtmäßige Priesterschaft, die auch später in Jerusalem ihr Amt versah. (Esra 7,5)

Auch dem Christentum bleibt Aaron Vorbild des Priesters (Hebräer 5,4, 9-4), doch gilt Christus als Überwinder dieser Ordnung. Dabei wird argumentiert, bereits Abraham habe dem stammesfremden Melchisedek den Zehnten entrichtet (1. Mose 14,18-20). Dieser Melchisedek war Priesterkönig in Jerusalem und auf ihn („Ordnung Melchisedeks”) führte die Priesterschaft Judas ihr Zehntrecht zurück. Diese Verknüpfung schlägt die Brücke zwischen Aaron und Christus (Hebräerbrief 5-10).

 

Bibelzitate, soweit nicht anders vermerkt, nach: „Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments.” Nach der Übersetzung Martin Luthers.