| Judentum / Altes Testament | ||
(hebr. Vater des Friedens, Absalom) Er war der dritte Sohn des David, seine Mutter war Maacha, von ihm ist im 2. Buch Samuel berichtet.
Weil sein Bruder Amnon seine Schwester Tamar geschändet hatte, tötete er diesen und floh.
Weil Schwächen in Davids Herrschaft, nicht allen gefiel dessen Tendenz zu zentralisierter Macht, es Abschalom günstig erscheinen ließen, probte er den Aufstand. Zunächst war ihm das Kriegsglück hold, er konnte Jerusalem erobern und seinen Vater vertreiben.
Allerdings hatten diese Erfolge keinen Bestand. Davids Truppen konnten in einem Waldgebiet einen Sieg über das Bauernheer Abschaloms erringen, in der Schlacht fand Abschalom selbst den Tod, als er, auf einem Maultier reitend, im dichten Gezweig einer Eiche hängenblieb. Sein Reittier lief davon und Abschalom baumelte in dem Baum. In dieser unglücklichen Lage fand ihn der Joab, der ihm, trotz Davids Gebot zur Schonung des Königssohns, drei Spieße ins Herz rammte. Seine zehn Knechte machten den noch lebenden vollends nieder und verscharrten die Leiche im Wald in einer Grube, die sie mit einem Haufen Steine bedeckten (2. Samuel 18).
Noch vor seinem Tod hatte sich Abschalom eine Säule errichtet. Über die sagte er zu Lebzeiten: Ich habe keinen Sohn, darum soll dies meines Namens Gedächtnis sein; und er hieß die Säule nach seinem Namen, und sie heißt auch bis auf diesen Tag Absaloms Mal. (2. Samuel 18,18)
Die bemerkenswerten Umstände von Abschaloms Tod ließen die Vermutung aufkommen, er sei tatsächlich ein Sakralkönig gewesen, der anstelle des David sterben mußte. Derartige Opfer dienten bei semitischen Völkern der Sicherung oder Wiederherstellung der Fruchtbarkeit des Landes. Abschalom vollzog zunächst vor aller Augen den Geschlechtsakt mit den Frauen des Königs (2. Samuel 16,22), ehe er in einer Eiche zwischen Himmel und Erde hängend rituell, mit drei Stichen, getötet wurde (Walker 1993, S. 6f.). Ein solches Schicksal soll nach dieser Deutung auch der tatsächliche Hintergrund der Kreuzigung Jesu gewesen sein.
Bibelzitate nach: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Nach dem 1912 vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß genehmigten Text. Württembergische Bibelanstalt Stuttgart 1961.