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   Semiten / Altes Testament
 

Aram, Aramäer

Ein Sohn des Sem und Enkel des Noah (1. MOSE 10,22).

Aram gilt damit als Stammvater der Aramäer, nach 5. MOSE 26,5 sollen auch die Israeliten von den Aramäern herstammen („Ein umherirrender Aramäer war mein Vater”, Reclams Bibellexikon, S. 45), die Mutter und die Frauen Jakobs, Rebekka, Lea und Rahel, sollen Aramäerinnen gewesen sein (BAMM (1955), S. 182).

Ende des 2. Jt. v. wanderten die wegen ihrer Abstammung von Sem zu den Semiten gezählten Aramäer als nomadische Stämme nach Mesopotamien in die Ebene des Euphrat ein, wobei als ihre Heimat Qir (Kir) und Elam genannt werden (Jesaja 22,6, Amos 9,7), auch die Verwandten der Patriarchen waren Aramäer (1. MOSE 24,10; 28,2-5; 31,20, n. Reclams Bibellexikon, S. 45).

Die aramäischen Staaten, die im Laufe der Zeit in Mesopotamien und Syrien bestanden hatten, verloren 732 v. infolge des Assyrersturms ihre Selbständigkeit.

Das Aramäische ist eine nordwestesemitische Sprache und gehört zum gleichen sprachlichen Stamm wie das Akkadische (Assyro-Babylonische), das Phönizische (Kanaanitische), das Äthiopische, das Arabische oder das Hebräische.

Darius I., der Begründer des Persischen Großreiches, erhob das Aramäische zur Staatssprache — ein bemerkenswerter Vorgang, denn das Aramäische war nicht die Sprache des Reichsgründers (BAMM (1955), S. 224).
Einige der jüngeren biblischen Texte (Bücher Esra und Daniel) sind — wohl Folge der babylonischen Gefangenschaft — in Aramäisch verfaßt. Der jüdisch-aramäische Dialekt gilt als Muttersprache Jesu (MARKUS 5,41 u. 15,34), die auch in der Urgemeinde gesprochen wurde (1. Korinther 16,22).
Das ostaramäische Syrisch ist für die Kirchengeschichte bedeutsam (ebd.).
Seit etwa 650 verdrängte das Arabische allmählich die aramäische Sprache.

Die aramäische Schrift ist eine nordsemitische Konsonantenschrift, die sich im 9. Jh. v. in Syrien (Funde in Tell-Halaf im nördlichen Syrien) entwickelte und die bis ins 2. Jh. v. in weiten Teilen Vorderasiens gebräuchlich war.