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(a. Aschmodai, hebrä. Verderber, griech. Asmodaios, lat. Asmodaeus, Asmodeus, Vulgata Asmodeus, Luther Asmodi) Ein Dämon, der als Erreger von Begierde und Zorn die Wollust und Unzüchtigkeit und den Feind der ehelichen Vereinigung personifizierte.
Er erscheint in der apokryphen Schrift Buch Tobit als Geist der Wollust, im Christentum betrachtete man ihn als einen Dämon der Wollust, der besonders junge Frauen und mit Vorliebe Nonnen heimsucht und sie zur Lüsternheit führt.
Ashmodai galt den Juden als ein Behinderer ehelichen Verkehrs, der Zank zwischen Eheleuten verursachte, denn Ashmodai hinderte gleich sieben Bräutigame der Sara daran, mit ihr zu schlafen, indem er sie in der Hochzeitsnacht erwürgte.
Der Erzengel (Malaak) Rafael riet dem Tobijjahu, den Ashomdai zu vertreiben indem er Herz und Leber eines Fisches verbrannte. Tatsächlich wirkte der Zauber und Ashmodai entwich nach Ägypten. Dort aber fingen ihn Engel und fesselten den Dämon.
König Salomo erlangte mit einem Ring Macht über den Dämon, daß der ihm beim Bau des Tempels helfen und fortan den Tempel bewachen mußte. Als Ashmodai den Ring an sich bringt, wirft er ihn ins Meer, aber ein Fisch bringt das Kleinod zu Salomo zurück.
Abgesehen vom Tempelbau hat Ashmodai nicht nur negative Seiten. In der Kabbala gilt er als ein dem Menschen wohlgesinnter Dämon und Empfänger der Beschwörungen. Wenn er sich zeigt, reitet er auf einem Drachen. Er selbst hat drei Häupter, den eines Stiers, den eines Menschen und den eines Widders. Seinem Beschwörer, der das tunlichst barhäuptig vornehmen soll, kann er als des Hüter der verborgenen Schätze Geheimnisse über solche mitteilen oder ihm sogar zur Unsterblichkeit verhelfen.
In christlicher Dämonologie bringt Asmodi als einer der sieben Dämonenfürsten den Menschen vom Pfad der Keuschheit ab und versucht ihn zur Todsünde der Unkeuschheit.
In der berühmten, der Maria Magdalena geweihten Kirche von Rennes-la-Château (Frankreich, Languedoc) findet sich eine den Ashmodai darstellende Figur, die das Gefäß mit dem Weihwasser trägt.
Ashmodai stammt ideengeschichtlich wohl vom iranischen Gott oder Dämon des Zornes Aeschma her. Dieser stiftete die Menschen zu Rachegelüsten an.
Ursprünglich sollen ihn — so eine feministische Sichtweise — zoroastrische Priester wegen seiner archaischen Verbindung zur Göttin Ma diabolisiert haben (WALKER, S. 68).