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   Judentum / Altes Testament
 

Cherubim

Kerub. Die Cherubim sind Mischwesen die in der Bibel vorkommen. Man darf sie sich wohl ähnlich einer geflügelten Sphinx vorstellen.
Typologische Vorformen der Cherubim sollen assyrische Mischwesen aus Adler und Löwe gewesen sein, die k’rub, die auch als Greife bekannt sind (BIEDERMANN, 170).

Jahwe setzte zwei mit Schwertern bewaffnete Cherubim vor das Paradies (1. Mose 3,24), damit die Menschen nicht mehr zum Baum des Lebens gelangen konnten, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gekostet hatten.

Auf der Bundeslade zierten den Gnadenstuhl zwei goldene Cherubim, die einander die Flügel zuwandten. Dazwischen erschien Jahwe seinem Diener Mose (2. Mose 25, 17-22).

Die Cherubim gelten auch als Engel. Der biblische Prophet Hesekiel (Ezechiel) beschreibt vier Tiere mit menschlichem Körperbau und je vier Flügeln, die je vier Gesichter haben, eines wie ein Mensch, eines wie ein Löwe, eines wie ein Ochse und eines wie ein Adler (Hesekiel 1,4ff.). Diese Symbolik wurde später auf die vier christlichen Evangelisten übertragen.

Laut dem apokryphen Buch Henoch steht den Cherubim der Erzengel Gabriel vor (WEIDINGER, 311).

Die mittelalterliche Alchemie entwickelte aus neuplatonischer Weltsicht Analogien von Engeln und Elementen. Bei Agrippa von Nettesheim sind die Cherubim dem Element Luft zugeordnet (BIEDERMANN, 143.

Von dem Wort Cherub leitet sich über das griechische gryps der Begriff Greif ab. (K. BETH i. Handwörterbuch VI,724)