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   Judentum / Altes Testament
 

Ester

(auch Esther; „Stern”) Sie ist die Hauptgestalt des gleichnamigen Buches der Bibel.

Die junge Jüdin Ester, eigentlich Hadassa (Ester 2,7), nimmt der Perserkönig Ahasveros (Xerxes) zur Gattin und sie wird zu seiner Hauptfrau. Dank dieses gewonnenen Einflusses erfährt sie durch ihren Vormund Mordechai vom Plan des Haman, alle Juden im Perserreich zu töten.

Doch Ahasveros steht auf ihrer Seite, der Plan wird vereitelt und die Juden erhalten die Vollmacht, ihrerseits alle Widersacher umzubringen.

An dieses Ereignis erinnert das bei den Juden alljährlich gefeierte Losfest Purim, bei dem das Buch verlesen wird.

Das Esterbuch war in seiner Zugehörigkeit zum (christlichen) Alten Testament heftig umstritten. Besonders fällt auf, daß Gott nicht erwähnt wird. Stein des Anstoßes waren zudem die völkische Tendenz des Buches und die fehlende historische Verbürgtheit der Esther. Etwa 100 zusätzliche Verse sind in der griechischen Fassung enthalten und gelten als Apokryphen (Reclams Bibellexikon, S. 132f).

Andere Interpretationen laufen darauf hinaus, daß das Esterbuch einen anderen Kult als den des Jahwe beschreibt. Ester sei demnach eine hebräische Variante des Namens Ishtar oder Astarte. Mit ihrem Gemahl Mordechai, der dann dem Marduk entspricht, opferte sie den Gott Hamann (Haman). Ester wäre dann kein Name sondern ein Titel der Marduk-Priesterin bei den Hebräern Elams (WALKER, 1993, S. 233f.). Für diese Annahme sprechen die ritualhaften Umstände von Hamans Tod. So darf er am Vorabend seines Endes ein Gastmahl bei Ester einnehmen, am nächsten Tag wird er an einem für Mordechai errichteten Galgen aufgehängt.

Das Fest der Esther im christlich-katholischen Heiligenkalender ist am 24. Mai.