| Vorderasien - Schauplätze | ||
(arab. Bahr el Miyet) An der tiefsten Stelle des Jordangrabes, auf der Grenze zwischen den heutigen Staaten Israel und Jordanien, befindet sich dieses in nordsüdlicher Richtung achtzig Kilometer lange und bis zu achtzehn Kilometer breite, dabei bis an die vierhundert Meter tiefe Gewässer, das man wegen seiner Armut an lebenden Organismen Totes Meer nennt und das mit seiner im Durchschnitt dreihundertfünfundneunzig Meter unter dem Spiegel des Mittelmeeres liegenden Wasseroberfläche das am tiefsten gelegene Gewässer der Erde ist.
Die Organismenarmut rührt von dem hohen Salzgehalt des Sees her. Der im Norden des Toten Meers einmündete Jordan trägt ohne Unterlaß Salze in das Gewässer, welche sich in diesem anreichern, da das Tote Meer über keinerlei Abfluß verfügt und sein Wasser ausschließlich durch Verdunstung abgibt, weshalb die gelösten Salze zurückbleiben, was mittlerweile zu einem Salzgehalt von dreißig Prozent an der Oberfläche bis zu dreiunddreißig Prozent in der Tiefe geführt hat.
Die Salze, besonders Bomsalze und Kali, werden genutzt, Zentrum der Salzgewinnung ist Sedom, eine 1934 gegründete Stadt, deren Name auf der biblischen Stadt Sodom beruht. Denn in der Vernichtung Sodoms wird deutenderweise ein verheerendes Erdbeben gesehen, das auf Auslaugung des Bodens beruhte und die Stadt zerstört habe. Hierher gehört auch die Geschichte von Lots Frau, die angesichts der Katastrophe zu einer Salzsäule erstarrt sein soll. In der Gegend um Sedom, am Höhenzug Har Sedom, findet man eine ganze Reihe bizarrer, im Laufe der Zeit durch Regen und Wind (bes. wehendem Sand) auserodierter Formationen anstehenden salzhaltigen Gesteins, darunter auch ein Lots Weib genanntes Objekt.
Besondere Bedeutung hat das Tote Meer für den Gesundheitstourismus, denn das soleartige Wasser soll Hautkranken helfen und besonders gegen die Schuppenflechte wirken.
Das durch seinen enorm hohen Salzgehalt (zum Vergleich: Meerwasser hat im Schnitt 3,5% Salzgehalt) sehr schwere Wasser trägt Badende ausgezeichnet, bekannt sind Bilder eines toten Mannes, der sich ohne Anstrengungen im Wasser treiben läßt und dabei geruhsam Zeitung liest.