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Jona

(Jonas; hebr., „Taube”) Ein biblischer Prophet aus Gath-Hepher (Galiläa), Hebräer und Sohn des Ammithai, der im achten Jahrhundert v. im Nordreich Israel lebte. Er prophezeite dem König Jerobeam II., dessen Herrschaftszeit von 787 bis 747 angesetzt wird, daß die alten Reichsgrenzen wiederhergestellt würden (2. Könige 14,25 u. Reclams Bibellexikon, S. 253).
Aus dem Leben des Jona berichtet das kleine, gerade vier Kapitel kurze Jonabuch eine angeblich ungeschichtliche (ebd.) Episode:

Jona wird von seinem Gott aufgefordert, nach Ninive zu gehen, um den Menschen dort zu predigen, da diese Gottes Unmut erregt haben. Jona sucht sich der Aufgabe durch Flucht zu entziehen, indem er ein Schiff nach Tharsis bestieg. Das Schiff gerät allerdings in einen Sturm und droht zu scheitern. Jona weiß, daß seine Anwesenheit auf den Planken Gefährt und Besatzung in Not geraten ließen und läßt sich über Bord werfen und augenblicklich beruhigt sich die See (Kap. 1).

Es kommt aber ein großer Fisch und verschluckt Jona. Drei Tage und drei Nächte verbringt Jona in dessen Magen, ehe sein Gebet erhört wird und der Fisch ihn an Land speit (2).

Nun macht Jona sich nach Ninive auf und predigt den Einwohnern das Unheil, das binnen vierzig Tagen über sie hereinbreche, sollten sie nicht Buße tun. Alle Bewohner der Stadt, vom König bis zu den Tieren, fasten nun und tun sich in Sack und Asche. Da Gott ihre Reue sieht, verschont er die Stadt (3).

Jona ist darüber jedoch gar nicht glücklich, er setzt sich in eine Hütte vor der Stadt und wartet, was da kommen mag. Gott läßt einen Rizinus über Jona wachsen, der dem Propheten angenehmen Schatten spendet. Doch kaum freut der sich daran, schickt Gott ein Ungeziefer, das den Rizinus zum Absterben bringt. Darüber jammert Jona und wird von Gott zurechtgewiesen, wenn er, Jona, bereits über einen über Nacht gewachsenen Rizinus jammere, zu dessen Gedeihen er selbst nichts beigetragen habe, wie sehr habe Gott dann Grund, über Ninive mit seinen 120.000 Einwohnern und zahlreichen Tieren zu jammern (4).

(nach „Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments”, Übersetzung Martin Luther, 1912, S. 1022ff.).

Das Jonabuch stammt als Lehrerzählung aus dem 4. oder 3. Jh. v. Es soll zeigen, daß Gottes Heil nicht durch Vernichtung aufsässiger Völkerschaften erreicht werde, wie Jona selbst es glaubt. Vielmehr solle Jona, der hier für Israel insgesamt stehe, Gottes Werkzeug zur Bekehrung der Völkerwelt sein (Reclams Bibellexikon, S. 253).

 

Im Neuen Testament begegnet Jona in einem Wort Jesu. Von den Pharisäern auf sichtbare Zeichen seiner Herrlichkeit angesprochen erntgegnet Jesus, er werde ausschließlich das Zeichen des Propheten Jona geben — wie der drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches verbrachte, so werde er drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Die Leute von Ninive würden dereinst die Zeitgenossen Jesu verdammen, denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona, hier bei ihm (Jesus) sei aber mehr als Jona (Mt 12,38-41). Bei LUKAS wird diese Zeichenforderung etwas knapper, unter Fortlassung der drei Tage im Fisch, wiedergegeben (11,29-32).
Nach Reclams Bibellexikon war diese Stelle bereits den Evangelisten unklar, meint das Jonazeichen einen der Bußpredigt Jona entsprechende Bußruf Jesu, meint es die Auferstehung, wie Mt 12,40 nahelegt, oder geht es um die endzeitliche Erscheinung des Menschensohnes als einem wie Jona aus dem Tode Hervorgegangenem ? (S. 254)

Im christlichen Heiligenkalender ist der 21. September Tag des Jona.