| Judentum / Altes Testament | ||
Das Buch Josua schildert einen Vernichtungsfeldzug Israels in das verheißene Land Kanaan, wobei der Titelheld der Anführer des Volkes ist. Dazu hatte ihn, einem Sohn des Nun, der Mose vor seinem Tod auserwählt und durch Handauflegen dazu befähigt (5. Mose 34, 9).
Unter Führung des Josua überschritt Israel den Fluß Jordan um das Land vom Libanon bis zum Euphrat einzunehmen (Josua 1,4). Dabei wurde durch ein Wunder der Fluß kurzzeitig aufgehalten, so daß das Volk, voran die Lade, trockenen Fußes das andere Ufer erreichte (Josua 3).
Im Lande Kanaan ließ Josua zuerst den Brauch der Beschneidung wieder aufleben, der während der Wüstenwanderung unterblieben war. Der Ort dieses Ereignisses war Gilgal, hier wurde das erste Passahfest gefeiert (Josua 5,10).
Der erste kriegerische Akt war die Eroberung Jerichos mit Hilfe der Bundeslade, die siebenmal um die Stadt getragen wurde, bis unter dem Schall der Posaunen die Mauern Jerichos einstürzen. Sämtliche Bewohner der Stadt werden hingemordet (gebannt), ebenso ergeht es ihrem Vieh (Josua 6,21) nur Gold und Silber nahmen sie an sich (Josua 6,24b). Einzig Rahab, eine Hure, die ihre Stadt verraten hatte, beließen sie mit ihrer Familie am Leben und nahmen sie in ihr Volk auf (Josua 6,25). Jericho hingegen wurde von Josua auf alle Zeiten verflucht und Tod der Söhne dem angedroht, der einen Wiederaufbau unternehmen wollte (Josua 6,26).
Wie Jericho erging es vielen anderen Städten und Völkern, bis schließlich 31 Könige besiegt und ihre Leute ausgerottet waren (Josua 10-12). Danach ging es an die Verteilung des eroberten Landes, das in etwa dem heutigen Westjordanland entsprechen soll (Reclams Bibellexikon, 256). Josua selbst nahm sich die Stadt Thimnath-Serah auf dem Gebirge Ephraim (Josua 19,49f.), die Stiftshütte wurde zu Silo aufgerichtet (Josua 18,1).
In hohem Alter nahm Josua Abschied von seinem Volk, verpflichtete sie nochmals dem Gesetz des Mose und starb im Alter von 110 Jahren.
Das Buch Josua zeichnet sich durch eine besondere Grausamkeit der Kriegführung aus, geschildert wird kein normaler Krieg sondern der Vernichtungsfeldzug eines Aggressors, der in ein fremdes Land einfällt. Als relativierende Erklärung der oft schockierenden Einzelheiten (siehe Bannung) wird die den Assyrern zugesprochene Grausamkeit angenommen, die das kleine Volk hart bedrängt hatte. In diesem Sinne sei das Josua-Buch eine Propagandaschrift, die das eigene Volk ermutigen sowie das gegnerische erschrecken sollte (im Sinne von So einen grausamen Gott wie die Assyrer haben wir schon lange.). Allerdings zeichnen sich die anderen Bücher (Richter, Samuel) auch nicht unbedingt durch Feindesliebe aus.
Der christliche Kalender führt als seinen Tag den 1. September.