Dieser Name umfasste ursprünglich den Stamm Juda, der das Königreich Juda in Palästina bildete. Nach der Zerstörung des jüdischen Staates und Vertreibung im zweiten nachchristlichen Jahrhundert zerstreuten sich die Juden als geschlossenes Volk und kamen bei anderen unter. Seitdem meint der Begriff Jude alle jene, die ihre Herkunft auf den Ahn Israel (Jakob) zurückführten. Dabei gilt als Jude, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder aus religiösen Gründen übertrat und von der jüdischen Gemeinschaft aufgenommen wurde und deshalb zum jüdischen Volk (klal jisrael) zählt.
Unterschieden werden zwei Gruppen europäischer Juden: Die Sephardim, die vornehmlich nach der Vertreibung aus Spanien 1492 nach Palästina wanderten und die daher auch spaniolische Juden oder Spaniolen genannt werden und die Aschkenasim, die Juden Mittel- und Osteuropas, welche die Mehrheit stellen. Diese Gruppen werden je nach Land weiter unterschieden, wie es auch für Gruppen außereuropäische Juden spezielle Bezeichnungen gibt.
Die Eigenart, auch in der Fremde mit Zähigkeit an einer für Außenstände in vielem merkwürdig erscheinenden von zahlreichen Gesetzen bestimmten Kultur festzuhalten ließ sie ihre kulturelle Eigenständigkeit bewahren, drängte die Juden vielerorts in die Rolle des oft ungeliebten Außenseiters. Etliche Übergriffe auf diese Minderheit sind seit dem Altertum überliefert, eine große Vertreibung aus Spanien erlebte das Jahr 1492, als Tiefpunkt gilt die Verfolgung durch die Nationalsozialisten.
So ist verständlich, daß immer wieder der Wunsch nach einer sicheren Heimstätte erwachte, was viele Juden zur Abwanderung bewegte. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmende Wanderung nach Palästina mündete in die Erstarkung der zionistischen Bewegung auch als politischer Kraft und führte 1948 zur Gründung des Staates Israel und leider zur heutigen unübersichtlichen und von ständiger Gewalt überschatteten Gemengelage. Weiteres ist der Tagespresse zu entnehmen.
Diese Begriffe werden mitunter synonym für Juden gebraucht. Hebräer oder Ebräer soll im Orient eine Gemeinbezeichnung für nichtseßhafte Wanderarbeiter gewesen sein. Im Alten Testament ist damit aber ein Volk gemeint, das sich wohl der alten hebräischen Sprache bediente, die zur semitischen Sprachfamilie gehört. Dieses Hebräische gilt als Sprache des Alte Testaments, wurde aber in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten als Umgangssprache weitgehend vom Aramäischen verdrängt. Heute ist das althebräische als Iwrit Amtssprache Israels.
Israel ist eigentlich der Verband jener um 1400-1200 v. Chr. in Palästina eingewanderten zwölf Stämme, denen der Jahwe-Kult gemeinsam war. Ihren jeweiligen Stammvater führten sie auf den Jakob zurück, der nach dem Ringkampf am Jabbok (1. Mose 32) den Namen Israel erhalten hatte und von daher die Stämme den Sammelbegriff Israeliten.
Das Judentum ist - soweit der Gläubige seinen Stammbaum auf einen der altisraelitischen Stämme zurückführt - eine ethnische, allgemeiner und richtiger eine religiöse Gemeinschaft, die sich im historischen Land Juda entwickelte. Als eine monotheistische Religion wird ein einziger, allmächtiger Gott (Jahwe) verehrt.
Die Lehre beruht auf Rechtssätzen und religiösem Inhalt von Talmud, Midrasch und der Thora (hebr. Gesetz), die als Offenbarung Gottes betrachtet werden.
Als Glaubensrichtungen des Judentums sind eine orthodoxe und eine liberale Richtung unterscheidbar, besonders in den USA ist das Reformjudentum lebendig.
| 3761 | Schöpfung durch Elohim. |
| um 2000 | Abraham wandert aus Ur / Mesopotamien nach Palästina ein. |
| um 1220 | Moses führt semitische Bevölkerungsteile (Fronarbeiter) aus Ägypten in die Wüste/Steppe zwischen Ägypten und dem südliche Palästina. Dort lockerer Zusammenschluß der Auswanderer mit anderen Jahwe-verehrenden Stämmen. |
| um 1180 | Allmähliches friedliches Einsickern ins Kulturland Kanaan oder gewalttätige Landnahme. Es bilden sich die 12 Stämme Israel. |
| Gründung der Doppelmonarchie aus nördlichen und südlichen Stämmen sowie einigen kannanitischen Stadtstaaten (u.a. Jerusalem) unter König David, Unterwerfung benachbarter Ammoniter, Moabiter, Edomiter und Philister. | |
| 926 | Auf David folgt Salomo. Als der stirbt, zerfällt das Reich in das nördliche Israel mit dem Hauptort Samaria und das südliche Juda mit dem Hauptort Jerusalem. |
| 733 u. 722 | Deportation der Bevölkerung (Exil) aus dem Nordreich und Vermischung mit anderen Völkern zu den Samaritanern. Es waren derartige Versetzungen übliche assyrische Besatzungspolitik. |
| 721 | Israel verliert durch den Vormarsch der Assyrer unter Sargon seine Eigenstaatlichkeit und wird als Provinz an das neuassyrische Reich. Juda wird Vasall Assurs. |
| 605 | Auch Juda war Vasall Assyriens, seit 605 v. Chr. Babyloniens, bewahrte aber seine Eigenstaatlichkeit. Erst 587 v. Chr. unterdrückten die Babylonier judäischen Widerstand abschließend durch Auflösung des Staates. Einer ersten Deportation 597 folgte |
| 587 | die Zerstörung des Tempels und zweite Deportation der Oberschicht Judas ins babylonische Exil (Babylonische Gefangenschaft). |
| 538 | Der Perserkönig Kyros I. gestattet die Rückkehr der Juden. Beginn des zweiten Tempelbaus zu Jerusalem. |
| 515 | Vollendung des Tempelbaus. |
| 198 | Ende der Herrschaft der ägyptischen Ptolomäer, ihre Nachfolge treten die Seleukiden an. |
| 166 | Makkabäeraufstand gegen die Herrschaft der Seleukiden. |
| 63 vor | Judäa fällt unter römische Herrschaft. In Abhängigkeit von Rom beginnt das Königstum Herodes des Großen. |
| Der jüdische Aufstand gegen die Römer endet mit der Zerstörung Jerusalems einschließlich des Tempels. | |
| 116/117 | Aufstand gegen Trajan. |
| 132-135 | Aufstand gegen Hadrian unter Bar Kochba. Infolgedessen Beginn massenhafter Vertreibung und Zerstreuung über Vorderasien, Nordafrika. Im Tross der römischen Legionen gelangen Juden unter anderem nach Gallien, Britannien und Germanien. |
Sammlung Hebräer, Juden und Altes Testament: Aaron, Ab, Abaddon, Abel, Abischag, Abraham, Adam, Adonia, Ahasja, Ahasver, Ahiman, Allerheiligstes, Anak/Anakiter, Arche, Ariel, Aschkenasim, Ashmodai, Bann, Behemoth, Belial, Beschneidung, Bundeslade, Eden, Elia, Elohim, Enak, Eva, Gog, Golem, Ham, Hosea, Isaak, Jahwe, Japheth, Joseph, Josua, Kain, Kalender, Kanaan, Leviathan, Lilith, Magog, Mala'ak, Melchisedek, Mephiboseth (Merib-Baal), Methusalem, Mirjam, Moria, Mose, Noah, Nod, Nun, Og, Passah, Pentateuch, Rachel, Rafael, Rahab, Richter, Salem, Salomo, Scheschai, Schilfmeer, Sem, Seraphim, Seth, Talmai, Talmud, Teraphim, Thora, Tobijjahu, Thubalkain, Tohu Wabohu, Uzza
Wird fortgesetzt.