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   Judentum / Altes Testament
 

Liwjatan

(hebr. „gewundenes Tier”, dt. Leviathan) In der Bibel ein Ungeheuer.

Dargestellt wird Liwjatan als vielköpfiger Drache. Ihr Gegenstück ist das stierähnliche Ungeheuer Behemot.

Liwjatan umschlingt als Verkörperung chaotischer Urkräfte ringförmig die Erde.

In der Vorzeit wurde Liwjatan von Jahwe gebändigt (Ps. 104,26) oder vernichtet (Ps. 74,13f).

Im Buch der Könige wird berichtet, wie König Hiskia die „eherne Schlange des Moses”, der bis dahin Rauchopfer gebracht wurden, zerstört (2. Könige 18,4). Hier heißt Leviathan Nehusthan.
Der Name der Priester, Levi, bedeutet „Sohn der Leviathan”.

 

In christlicher Dämonologie versucht der Drache Leviathan als einer der sieben Dämonenfürsten den Menschen zur Todsünde des Neides, der Dämonologe Peter Binsfeld erkannte im Leviathan denjenigen Dämon, der zur Trägheit verführte (PICKERING, 1999 S. 198).

Siehe auch die nordische Midgardsomr, mit der Leviathan seit der Christianisierung des Nordens gleichgesetzt wurde BELLINGER, 1999, S. 312).

 

Ein Nachkomme der Meerschlange Leviathan soll Tarasconus sein, ein Drache, den die hl. Martha in Südfrankreich überwand. Vater des Tarasconus war der in Galatien aus der Erde geborene Onachus (VORAGINE 1994, S. 263).

 

Nach Thomas Hobbes, einem englischen Staatstheoretiker des Absolutismus, ist der Leviathan Sinnbild für einen alles vereinnahmenden Staat, der „große Leviathan” ist die Person, die alle Macht in sich vereint, damals also der absolut herrschende Fürst.