| Altes Testament | ||
Ein Flutheld des Alten Testaments, der nebst seiner Sippe als einziger Mensch die Sintflut überlebte.
Gott war erzürnt über die Verworfenheit der von ihm erschaffenen Welt. Er beschließt, alles Leben in einer gewaltigen Flut zu ersäufen. Nur den Noah, ein Sohn des Lamech, einen besonders frommen Mann, warnt er vor (1. Mose 6,5-7).
Gott weist Noah an, einen hölzernen Kasten zu bauen, die Arche. Als der Regen einsetzt, finden Noah, der mittlerweile 600 Jahre alt ist, und seine Frau sowie ihre Söhne Sem, Ham und Japheth samt deren Frauen in dem Kasten Zuflucht. Die Planken teilen mit ihm je sieben Paare der als Vieh gehaltenen Tiere, auch je sieben Paare aller Vogelarten sowie je ein Paar aller übrigen Tierarten.
Als der Regen nachläßt und die Flut zurückgeht, landet die Arche am Berg Ararat (1. Mose 8,4), wo Noah ersteinmal dem Herrn einen Altar erichtet und ihm vom verbliebenem Vieh opfert. Der Herr roch den lieblichen Geruch des Opfers (1. Mose 8,21) und beschließt, hinfort nicht mehr schlagen, alles was da lebt, wie ich getan habe (1. Mose 8,21). Als Zeichen des neuen Bundes steht ein Regenbogen am Himmel (1. Mose 9,23).
Geschichten über eine alles verschlingende Überschwemmung und ihr als einzige entrinnende Fluthelden gibt es viele. Der Held des sumerischen Gilgamesch-Epos heißt Utnapischtim. Die Griechen Deukalion und Pyrrha ertrinken nicht in der von Zeus gesandten Flut, weil sie rechtzeitig gewarnt worden waren.
Noah ist gemäß Bibel nicht nur Flutheld und einer der Urväter, sondern auch erster Weinbauer und Ur-Trinker (1. Mose 9,20f.). Ihn äfft sein Sohn Ham, der Vater des Kanaan, als Noah, vom Trunke hingestreckt, seine Blöße präsentiert. Seine Brüder Sem und Japheth bedecken den Hilflosen, streng darauf bedacht, des Vaters Gemächte nicht gewahr zu werden.
Ham hingegen wird dadurch bestraft, daß Noah, von den anderen Söhnen in Kenntnis gesetzt, nicht ihn, sondern seinen Sohn Kanaan samt aller Nachfahren verflucht, der fortan Knecht Sems und Japheth zu sein hat. Sem und die Seinen seien die angesehensten, in dessen Hütten Japheth und die Seinen wohnen sollen. Und Kanaan sei sein Knecht (1. Mose 9,20-27).
Im hohen Alter von 959 Jahren verstirbt Noah. Er hinterläßt drei Söhne, die Stammväter von 70 Mitgliedern der Völkerfamilie werden (14 japhetitische, 31 hamitische und 25 semitische).
Der Name der Gattin Noahs wird in der Bibel nirgends erwähnt. In der apokryphen Schrift Die Schatzhöhle wird ihr Name allerdings genannt. Dort heißt sie Haikal und ist Tochter der Namos und Enkelin des Henoch, der hier als Bruder des Metuhsala genannt wird (Weidinger, Die Apokryphen, S. 58).