| Judentum | ||
(Wochenfest, Fest der Ersttagsfrüchte) An jedem 6. Sivan (etwa Mai/Juni) feiern die Juden dieses Fest der Ernte und der Erstlingsgabe. Es findet sieben Wochen plus einen Tag nach dem Passahfest statt und ähnelt darin dem christlichen Pfingstfest, das 50 Tage nach Ostern gefeiert wird.
Gefeiert wird dabei S’man Matan Toratenu, die Zeit, an der die Tora gegeben wurde, die Gabe des Gesetzes (Thorah) am Berge Sinai (2. MOSE 19).
In 3. MOSE 23,15-22 sind Zeitpunkt des Festes und Ablauf vorgeschrieben. Die ursprüngliche Gabe waren zwei gesäuerte Brote, dazu sieben einjährige Lämmer, einen Farren und einen Widder, die dem Gott als Opfer dargebracht wurden, außerdem einen Ziegenbock als Sündopfer und zwei Lämmer als Dankopfer.
Während des Festes wird das Buch Ruth gelesen, dessen Inhalt während der Erntezeit spielt. Ruth, die Moabiterin (also keine Israelitin), hatte sich zu dieser Zeit dem jüdischen Gesetz unterworfen und war damit gewissermaßen Ernte Gottes. Ihr Ur-Enkel, der berühmte König David, soll überdies an einem 6. Sivan zur Welt gekommen sein.
Traditionell gehören zum Schawuot Milchprodukte. Das soll daher kommen, daß das Volk Israel nach Erhalt der Gesetze vorerst nur Milch verzehrt habe, da die strikte Trennung von Fleisch und Milch kurz nach Erhalt der Speisegesetze noch Schwierigkeiten machte (also eine Vorsichtsmaßnahme war). Andere Deutungen beziehen es auf die Trennung vom Fleischlichen, daß man nach der Geschichte mit dem goldenen Jalb gelobte (2. MOSE 32). Oder es bezieht sich auf das Wort Milch, das im Hebräischen den Zahlwert 40 hat — vierzig Tage verbrachte Mose auf dem Sinai (2. MOSE 24,18), ehe er von Jahwe die Gesetzestafeln erhielt (2. MOSE 31,18) und wieder hinabstieg.
Die Kinder gehen dann, mit Blumen geschmückt, Körbe mit Obst und Gemüse tragend und ganz in weiß gekleidet, worin der Charakter eines Erntefestes (Chag haKazir) zum Ausdruck kommt.
Schawuot ist nach Passa das zweite der drei großen jüdischen Wallfahrtsfeste (das dritte ist das Laubhüttenfest). Darum waren in Jerusalem so viele Menschen aus allerlei Weltregionen versammelt, wie die neutestamentliche Apostelgeschichte (2) berichtet.
Wie die Juden mit diesem Fest dem Erhalt des Gesetzes ihres Gottes gedenken, feiern die Christen zu Pfingsten, ihrem Pendant des jüdischen Festes, die Ausgießung des heiligen Geistes, wie sie vom Propheten Joel angekündigt wurde (3,1).