| Judentum | ||
(Serafen) Diese Wesen erschienen dem Propheten Jesaja in einer Vision. Demnach standen sie in einem von Rauch erfüllten Haus über dem Thron des Herrn Zebaoth und lobpreisten ihn.
Beschrieben werden sie mit Händen und drei Flügelpaaren. Mit dem ersten bedeckten sie ihr Gesicht, mit dem zweiten ihre Füße, das dritte wird zum Fliegen genutzt. Dabei sind sie der Sprache mächtig.
Weil Jesaja sich selbst als unrein ansah und beklagte, so sei er vor den Thron des Herrn Zebaoth getreten, flog einer der Seraphim zu ihm und reinigte ihn, indem er mit einer Zange ein glühendes Stück Kohle aufnahm und dem Jesaja an die Lippen drückte (Jesaja 6,1-7).
Das Christentum kennt die Seraphim als eine Gruppe von Engeln, die von den neun Engelschören den höchsten Rang innehaben. Sie sind Mischwesen mit geflügelten Schlangenleibern, dazu Gesicht, Händen und Füße nach Menschenart.
Diese Seraphen erschienen zuweilen den Heiligen. So stigmatisierte ein Seraph den Franz von Assisi, ein Seraph betupfte die hl. Theresa mit glühendem Pfeil und verursachte bei ihr den süßesten Schmerz.
Die mittelalterliche Alchemie entwickelte aus neuplatonischer Weltsicht Analogien von Engeln und Elementen. Bei Agrippa von Nettesheim sind die Seraphim dem Element Feuer zugeordnet (Biedermann 1998, 143.