Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Kalender - Monate - August
 
 

Bauern- und Wetterregeln zum August

Der August ist der Monat, in dem die meisten Kräuter ausreifen und gesammelt werden können. Damit das Sammelgut seine Wirkung voll entfaltet, weiht man es mit speziellen Formeln, von denen einige aus dem Mittelalter überliefert sind. Das Christentum übernahm diese Kräuterweihe, indem es die Muttergottes als „Blume des Feldes und Lilie der Täler” bezeichnet und die Kräuterweihe in ihrem Namen betrieb.

Im August soll man an den vier Tagen vor Vollmond die Spitzen des Mondes beobachten. Sind diese klar erkennbar, bleibt das Wetter bis Ende des Monats schön (MICHELS, Abendrot Schönwetterbot).

Der alte Name Erntemond deutet darauf hin, daß in dieser Zeit die mancherorts traditionell am 25. Juli begonnene Erntarbeit in vollem Gange ist. Sofern das bisherige Jahr günstig verlief, hat der Bauer nun Grund zur Heiterkeit:

„Augusti macht Bauern lusti.”

Aber nur, wenn das Wetter mitspielt, denn ein sonnenarmer und verregneter August ist schlecht für die Reifung des Obstes, Getreideernte- und Verarbeitung:

„Der August muß Hitze haben,
sonst wird der Obstbaumsegen begraben.”

„August ohne Feuer macht das Brot teuer” oder
„nasser August bringt teure Kost.”

Erwünscht ist der Taufall:

„Wenn’s im August stark tauen tut,
bleibt das Wetter meistens gut.”

„Der Tau tut dem August so not,
wie jedermann das täglich Brot.
Entzieht er sich gen Himmel,
herab kommt ein Getümmel.”

„Stürmt es im August,
gibt es weder Wein noch Most.”

Ob Sturm und Regen zu erwarten sind, soll im August anhand der Hörner der Mondsichel erkannt werden können. Erscheinen diese eingetrübt, so ist mit solchem Wetter zu rechnen.
Verschiedene weitere Anzeichen weisen im August auf kommenden Niederschlag, darunter auch das Verhalten von Insekten und Vögeln:

„Im August vor Morgen Regen,
wird vor Mittag sich nicht legen.”

„Augustsonne, die früh schon brennt,
nimmt nachmittags kein gutes End´.”

„Wenn die Ameisen sich verkriechen,
wird bald Regen vom Himmel gießen.”

„Singt der Buchfink früh vor Sonnaufgang,
kündet er viel Regen an.”

„Im August beim ersten Regen, pflegt die Hitze sich zu legen.”

Anhaltende sommerliche Witterung verspricht dagegen der Nordwind:

„Weht im August der Wind aus Nord,
ziehen die Schwalben noch lange nicht fort.”

Wenn die Störche noch nach dem Bartholomäustag (24. August) im Lande sind, darf man auf einen milden Winter hoffen:

„Bleiben die Störche noch nach Bartholomä (24. August), kommt ein Winter, der tut nicht weh.”

Ziehen sie dagegen früh ab, wird bald der Winter kommen.

War das Wetter auch im Juli schlecht und blieb es dabei auch im August, so braucht auch für den September nichts Gutes mehr erhofft werden:

„Was Juli und August nicht taten,
läßt auch September nicht geraten.” oder

„Was August nicht kocht, brät September nimmer.”

Andere gefiederte Freunde warnen dann auch vor einem harten Winter:

„Wenn der Kuckuck im August noch schreit,
wird der Winter teure Zeit.”

Auf den Winter weisen noch andere Anzeichen:

„Macht der August uns heiß, bringt der Winter viel Eis.”

„Im August viel Höhenrauch,
folgt ein strenger Winter auch.”

„Wenn´s im August nicht regnet, ist der Winter mit Schnee gesegnet.”

Blühen im August die Frühlingsblumen, so bedeutet das einen gelinden Winter.

Weiter heißt es zum Augustwetter:

„Je dicker der Tropfen im August,
desto dicker der Most.”

„Wenn im August viele Goldkäfer laufen,
braucht der Wirt den Wein nicht zu taufen.”

„Wie der August war, so wird der Februar.”

„Wettert es im August, du nassen Winter erwarten mußt.”

Wetterregeln zu bestimmten Terminen (Wetterlostage) finden sich in den Artikeln zu den jeweiligen Tagen. Besonders bedeutsam ist der Bartholomäustag (Barthel) am 24. August.