| Kalender - Woche | ||
ahd. Ziosdtag (Tag des Ziu), dän. Tirsdag, schwed. Tisdag, engl. Tuesday, lat. dies Martis, ital. Martedi, frz. Mardi; bayer. Erchtag
Der dritte Tag. Bei den Germanen ist der Dienstag nach dem Tyr (Ziu, vgl. griech. Zeus) benannt, bei den Römern nach dem Kriegsgott Mars, er entspricht dem Planeten Mars.
In den Praktika des täglichen Lebens heißt es:
Der Dienstag hat eigentlich nichts mit Dienst zu tun, sondern führt seinen Namen von dem germanischen Gotte Ziu, dem Gotte des Krieges, aber auch des Gerichts. Die Ähnlichkeit des Namens und die Sitte des blauen Montags haben es mit sich gebracht, den Dienstag als den besten Tag zum Antritt eines neuen Dienstes anzusehen. Gleichzeitig gilt der Dienstag auch für günstig für alle Gerichts- und Vertragssachen. Auch Hochzeiten werden gern am Dienstag gefeiert. Wenn man mit einer am Dienstag abgeschnittenen Haselrute auf die Kleider eines abwesenden Feindes schlägt, dann spürt dieser die Hiebe — so glaubt man wenigstens in Böhmen und Westfalen.
(In: 6./7. Buch Moses, 333)
Weil der Dienstag dem Gott Mars geweiht war und dieser auch Gott des Fluches war, wurden am Dienstag Fluchtafeln geritzt und ihren Adressaten zugestellt.
Niest man nüchtern am Dienstag, so deutet das auf ein Getränk. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 134)
Zaubereien sollen Dienstags- oder Donnerstagsnacht besonders gut gelingen, da das Bösnächt seien, hieß es in einem Hexenprozeß. (KUNZE, 161)
In Stendal hielt man den Dienstag und den Freitag für besonders geeignet zur Hochzeit. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 289)
Dienstag, Donnerstag, Freitag trug man ehemals in der Umgegend von Mürow bei Angermünde keinen Mist aus. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 371)
Die Wochentage: Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend (Samstag)