| Kalender - Woche | ||
ahd. Frijetag, Frijatag (Tag der Frija), dän. Fredag, engl. Friday, lat. dies Veneris (Tag der Venus), ital. Venerdi, span. Viernes, frz. Vendredi
Der sechste Tag der Woche trägt seinen Namen nach der germanischen Fruchtbarkeits- u. Muttergöttin Freyja oder der Frigg. Ihr entspricht Venus, die römische Göttin des Frühlings, der Liebe und Schönheit und der Freitag ist darum auch dem Planeten Venus zugeordnet.
Im Christentum genießt der Freitag einen zweifelhaften Ruf, weil an einem Freitag Jesus Christus den Kreuzestod erlitt. Besonders ein Freitag der 13. gilt als unheilvoll, da die 13 einen Schritt über die Vollkommenheit der Zwölfzahl hinaus bedeutet.
Allerdings dürfte die Furcht vor Freitag, dem 13. ein recht junges Phänomen sein — die dem Autor bekannten volkskundliche Überlieferungen geben zu dieser Kombination aus Wochentag und Zahl wenig bis gar nichts her.
Die krankhafte Angst vor Freitag, dem 13. hat von der Psychologie sogar einen Fachausdruck bekommen: Der Psychologe bricht sich angesichts des Phänomens mit Paraskavedekatriaphobie die Zunge.
Am Freitag verzichtet der fromme Christ auf Fleisch, weshalb Freitags Fisch gegessen wird.
Der Freitag ist der Feiertag der Muslime. An diesem Tag sei Adam, also die Menschheit, erschaffen worden.
Im Koran heißt es: O die ihr glaubt, wenn der Ruf zum Gebet am Freitag erschallt, dann eilet zum Gedenken Allahs und lasset den Handel ruhn. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüßtet. (Sure 62, 9).
Das Freitagsgebet (arab. Salatul-Jumu’a, Versammlungsgebet) ist für jeden freien männlichen und gesunden Muslim Pflicht, damit die Gläubigen wenigstens einmal in der Woche zusammenkommen und in Gemeinschaft einem die gesamte Gemeinde betreffenden Gegenstand zuhören.
Niest man nüchtern am Freitag, so deutet das auf Glück. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 134)
freitags nägel an händen und füßen geschnitten hilft wider zahnweh. (GRIMM, A. 340)
Nach einem Aberglauben aus Pforzheim sind Mittwoch und Freitag verworfene Hexentage. (GRIMM, A. 613)
In Stendal hielt man den Dienstag und den Freitag für besonders geeignet zur Hochzeit. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 289)
Dienstag, Donnerstag, Freitag trug man ehemals in der Umgegend von Mürow bei Angermünde keinen Mist aus. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 371)
Der Freitag gilt den Schiffern als ein Tag, der Mühe und Unglück bringt; es laufen deshalb an diesem Tage Schiffe ungern aus dem Hafen. (aus Alt-Pillau, FRISCHBIER, 157)
Der Donnerstag ist wunderlich, der Freitag gar absonderlich.
Der Freitag ist’s wert, daß sich das Wetter neunmal verkehrt.
In der Schweiz heißt es:
Was der Suntig für Wetter wott ha, zeigt der Frytig z’abe scho a.
(Wie das Wetter am Sonntag werden wird, zeigt schon der Freitagabend an.)
Oder andernorts:
Wie der Freitag am Schwanz, so wird der Sonntag ganz.
Die Wochentage: Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend (Samstag)