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   Kalender - Woche
 

Sonntag

ahd. Sunnuntag, dän. Søndag, engl. Sunday, lat. dies Solis

Dieser Wochentag, benannt nach dem römischen Sonnengott Sol, bei den Germanen nach der Sonnengöttin Sol/Sunna, ist astrologisch der Sonne zugeordnet.

Christen gilt der Sonntag als feiernswerter Glückstag, weil an einem Sonntag Jesus Christus auferstanden sei.

Das Konzil von Nicäa von 325 bestimmte den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond als Termin des Osterfests. Sofern dieser Vollmond auf einen Sonntag fällt, wird am folgenden Sonntag gefeiert. Auf diese Weise wird ein Zusammenfallen des Osterfests mit dem jüdischen Pessach vermieden.

Die Haltung des Sonntages als gesetzliche Einrichtung geht auf einen Erlaß Kaiser Konstantins vom 7. März 321 zurück. Demnach sollten alle Richter und Einwohner der Städte, sowie die Arbeiter und Handwerker am ehrwürdigen Tag der Sonne ruhen, die Landbevölkerung aber sollte frei von diesem Gesetz sich je nach Witterung der Bebauung des Bodens widmen können (Corpus Juris Civilis Codex libera 3, Titel 12,3.).
Darin liegt ein deutlicher Unterschied zur jüdischen Wocheneinteilung, die den Samstag (Sabbat) als siebten Tag und Wochenabschluß kennt.

Daß der Sonntag gesetzlich siebter Tag der Woche ist, geht auf eine Reform der 1970er Jahre zurück. Zuvor war Sonntag der erste Tag der Kalenderwoche, wie es auch der biblischen Wochenvorgabe entspricht.

 

Wetterregeln

„Wie der Sonntag — so die Woche.”

„Sonntagswetter bis Mittag — Wochenwetter bis Freitag.” (aus Dänemark)

„Reents dem Parre aufs Buch, reents die ganze Wuch.”
(aus Nassau: „Regnets dem Pastor aufs Buch, regnet es die ganze Woche.”)

Über neun Wochen anhaltender Regen sei zu erwarten, wenn der so beregnete Geistliche dabei ein grünes Meßgewand trägt.

Scheint dagegen während der Predigt die Sonne, so soll es dabei die Woche über bleiben.

Etwas Sonne soll es an ihrem Tag immer geben, meint man in Tirol:

„Es ist kein Sonntag so keck, daß er die Sonn’ den Tag versteck’.”

 

Brauchtum, Aberglauben, Zauberei

„wer nie am sonntag eine arbeit vorgenommen hat, dem rührt kein vogel sein getraide oder seine gartenfrüchte an.” (GRIMM, A. 879)

Wer an einem Sonntag geboren ist, soll als „Sonntagskind” im Leben besonderes viel Glück haben.

„wer sonntags an bett oder kleidern etwas näht, kann nicht darin sterben, bis es aufgetrennt ist” (GRIMM, A. 992)

Wer daran glaubt schreibt Sonntags mit Tinte auf reines Papier einen Segensspruch oder ein Gebet und führt ihn die Woche mit sich, damit dieser Segenzettel seinem Träger Beistand sichere (MALA, 103).

Niest man nüchtern am Sonntag, so deutet das laut „Magisch-Sympathetischen Hausschatz” auf angenehme Gesellschaft (Sechstes und siebentes Buch Mosis, 134).

Der Sonntag soll laut diesem Buch auch geeigneter Zeitpunkt zur Vertreibung von Ratten sein. So soll man am Sonntag während des Glockenläutens um das Haus laufen, dabei mit einer Birkenrute gegen alle Türen schlagen und „Halli, Hallo, zur Kirche” rufen (ebd., 88).

Wer am Sonntag nachts zwischen elf und zwölf Uhr geboren ist, soll Geister bannen können (KUHN u. SCHWARTZ, A. 137).

Eine stillende Mutter soll an drei Sonntagen schweigend aus der Kirche gehen und ihrem Kinde dabei in den Mund blasen. Das erleichtere dem Kind das Zahnen. („Chemnitzer Rockenphilosophie”, GRIMM, A. 53)

Besonders wertvoll sollen die zu Mariä Lichtmeß (2. Februar) geweihten Kerzen sein, wenn dieses katholische Fest auf einen Sonntag fällt (Vom Volksbrauch im Winter, 58).

„Für die Schiffer ist der Sonntag ein guter Tag, weshalb an diesem Tage die meisten Schiffe in See gehen.” (aus Alt-Pillau, FRISCHBIER, 157) Im Samland hielt man es dagegen für verderblich, am Sonntag auf Fischfang auszugehen. (FRISCHBIER, ebd.)

 

Die Wochentage: Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend (Samstag)