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   Kalender
 

Kalender

(Kalenden, lat. Calendae, im röm. Kalender der jeweils erste Tag eines jeden Monats). Zur Einteilung der Zeit haben die meisten Kulturen Kalender. Dabei werden Jahre, Monate, Wochen und Tage oder Nächte gezählt. Die Berechnung des Kalenders richtet sich meistens nach dem Mond oder der Sonne.

Die rote Farbe, mit der im Kalender die Festtage gekennzeichnet sind, stammt aus germanischer Zeit, als im Runenkalender mit roter Farbe die Todestage der Helden markiert wurden. Auch diesen Brauch übernahm das Christentum (Au 1999, 178).

Ägyptischer Kalender: Dieser Kalender berechnet sich nach der Sonne. Das Jahr zählt 365 Tage, aufgeteilt in 12 Monate zu 30 Tagen und 5 zusätzliche Tage.
Die Himmelsgöttin Nut hatte einem Mythos zufolge den Erdgott Geb entgegen dem Wusch des Re geheiratet. Darum sandte Re den Luftgott Schu, um das Paar zu trennen, indem er Nut nach oben, Geb nach unten zwang. Obendrein verfügte Re, daß es der Nut in keinem Monat gestattet sein solle, Kinder zu gebären. Aber der Gott Thot stellte sich an die Seite der Nut und forderte den Re zum Damespiel. Für fünf gewonnene Partien erhielt er von diesem Licht für fünf Tage, an denen Nut Isis, Osiris, Seth und Nephthys gebar.
Darum hat das Jahr zusätzlich zu den 12 Monaten zu je 30 Tagen fünf weitere Tage.

Neben diesem führten die alten Ägypter einen Mondkalender, nach dem sie geschichtliche Daten der Amtszeiten von Pharaonen und Oberpriestern verzeichneten.
„Mondjahre” machen nur knapp den dreizehnten Teil eines Sonnenjahres aus. Dadurch sollen die teils astronomischen Zeitangaben in altägyptischer Überlieferung zustandegekommen sein. Wenn zum Beispiel im Atlantis-Bericht des Platon von einem Untergang der Insel Atlantis „vor 9.000 Jahren” die Rede ist, dann seien damit Mondjahre gemeint, historisch käme dieses Ereignis dann anderen Datierungen nahe (SPANUTH, 15 u. 25f.).
Ebenso seien auch die hohen Lebensspannen der biblischen Vorväter (Adam dann 75,11 Jahre statt 930, Methusalem 78,25 statt 969, Noah 76,72 statt 950 u. a.) erklärlich, wenn man von Vollmonden und nicht von Sonnenumläufen ausgeht (JOACHIM 2002, S. 53f.).

 

Jüdischer Kalender: Dieser Kalender beruht auf den Mondphasen. Das Jahr beginnt mit dem 1. Tischri (Herbst), der Monat beginnt mit dem Neumond, der Tag mit dem Vorabend (vgl. Sonnabend = Vorabend des Sonntag).
Dem Jahr werden die Schaltmonate (Adar Scheni) hinzugefügt. Damit wird der Jahresanfang zu den Jahreszeiten in Bezug gesetzt. Der derzeitig verwendete Kalender existiert in dieser Form seit 10. Jahrhjundert. Der Beginn der jüdischen Zeitrechnung fällt nach dem derzeit im Westen üblichen Kalender in das Jahr 3761, dem Jahr der Erschaffung der Welt (Genesis 1) (siehe auch „jüdischer Kalender”).

Julianischer Kalender: Benannt nach Julius Cäsar, er trat 46 v. Chr. in Kraft. Dem ägyptischen Kalender wurde alle vier Jahre ein Schaltjahr beigegeben.

Islamischer Kalender: Grundlage ist das Mondjahr mit 354 Tagen zu 12 synodischen Monaten. Jeder Monat beginnt dabei zwei bis drei Tage nach dem Neumond, das Neujahr wandert dabei allmählich durch die Jahreszeiten. Der Beginn der islamischen Zeitrechnung fällt nach dem derzeit im Westen üblichen Kalender in das Jahr 622, dem Jahr der Hedschra, der Flucht Mohammeds nach Yathrib-Medina.

Gregorianischer Kalender: Eine Ergänzung zum julianischen Kalender, der gegen Ende des 16. Jahrhunderts bereits zehn Tage zur tatsächlichen Zeit fehlten. In allen durch 4 teilbaren Jahren wird ein Tag eingefügt, ausnähmlich den Jahrhunderten, die nicht durch 400 teilbar sind. Der Gregorianische Kalender wurde 1582 durch Papst Gregor XIII. eingeführt und hat heute in weiten Bereichen der Welt Geltung. Er gilt als so genau, daß in etwa 1000 Jahren ein Tag zu ergänzen sein wird.

Einem anderen Papst, Innozenz XII., verdankt das Abendland den Neujahrstag am 1. Januar, den es erst seit 1691 in der heutigen Form gibt. Zuvor war für den Jahresbeginn kein bestimmter Tag ausdrücklich festgelegt.

Einen Zugriff zu den Tagen im Jahreslauf verschafft Ihnen der Kalender.