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| Kelten - Iren | |
(der Hund des Culann; auch Cuchulinn) Bei den keltischen Iren ist er ein Stammesheld und sterbender Gott. Er ist Sohn des Lug und der Dechtire, sein Bruder ist Conall. Gattin des Cuchulainn ist Emer, eine andere Aoifa, daneben war er ein begehrter Liebling von Frauen und Göttinnen.
Cuchulainn hatte ein absonderliches Äußeres, das er nach Belieben in ein Tier oder Menschen verwandeln konnte. Jedes seiner Augen hat sieben Augäpfel, jede Hand sieben Finger, jeder Fuß sieben Zehen. Wenn er im Kampfe der Raserei verfiel, bebte er am ganzen Körper, das eine Auge versank in seiner Höhle, das andere trat riesig und rot hervor, daß es auf seine Wange quoll. Das Haar des Krieges sträubte sich, an der Spitze jeden Haars bildete sich ein Blutstropfen und eine Säule dunkelroten Blutes erhob sich über sein Haupt. Dabei tat sich sein Mund so weit auf, daß der Kopf eines Menschen im Rachen Platz gefunden hätte.
Seine Mutter Dechtire war die Tochter des Druiden Cathbad. Der prophezeite, daß Cuchulainn als gewaltiger Krieger eines frühen Todes sterben würde. Erst einmal aber heirate Dechtire Sualtam MacRoth, den Bruder des gerade aus Amt und Würden gejagten Königs von Ulster Fergus MacRoth. Bei der Hochzeitsfeier verschluckte Dechtire eine Fliege und im Traum erschien ihr der Sonnengott Lug und verleitete sie, in Begleitung von fünfzig mit ihr versippten Frauen in Gestalt eines Vogelschwarms in die Anderwelt zu fliegen, wo Lug sie drei Jahre festhielt.
Als Dechtire nach Ulster zurückkehrte, diesmal als bunter Vogel, war sie vom Gott schwanger und gebar Setanta, der später Cuchulainn genannt wurde. Ihr Gatte Sualtam MacRoth war seinerseits so glücklich über die Wiederkehr seiner Frau, daß er Setanta sofort als Ziehsohn annahm.
Der Junge entwickelte sich rasch und erlernte das Kämpfen. Als ihn der gewaltige Wachhund des Schmiedes von Ulster, Culann, angriff, tötete er das Ungeheuer mit bloßen Händen. Weil Setanta sich erbot, anstelle des Tieres zu wachen, bis Culann einen neuen Wachhund erworben hatte (was dieser dankend ablehnte), nannte man ihn seit dieser Begebenheit Cuchulainn, der Hund des Culann.
Herangewachsen verliebte sich Cuchulainn in Emer, die Tochter des Zauberers Fogall Manach, ein Clanoberhaupt aus Meath. Der lehnte ihn als Schwiegersohn ab und wollte, daß er ersteinmal seine Tapferkeit auf dem Schlachtfeld beweise. Darum schickte er ihn zum schottischen Kriegshelden Domhall, der ihn ins Schattenland zu Scathach sandte, die auch ihm seine Kunste gelehrt hatte. Bei ihr blieb Cuchulainn ein Jahr und einen Tag. Bei diesem Aufenthalt schwängerte er die Schwester seiner Lehrerin, Aiofa, die den Conlai gebar.
Zurück bei Fogall forderte Cuchulainn nun von ihm die Emer. Der aber verweigerte sie ihm weiterhin, so daß es zur Gewalt kam. Auf der Flucht vor Cuchulainn stürzte Fogall in den Tod.
Als Cuchulainn danach in die Heimat zurückkehrte, hingen an seinem Streitwagen die Köpfe der erschlagenen Feinde. Seine Kriegswut kühlten erst drei Fässer mit Wasser, in die ihn die Königin Mughain steckte. Das erste zerbarst sofort, im zweiten verdampfte kochend das dritte Wasser und erst das dritte bad kühlte Cuchulainn auf Normaltemperatur ab.
Cuchulainn schlug noch weitere Schlachten und wurde zum gefeierten Beschützer Irlands. Zu einem tragischen Zwischenfall kam es, als er seinen Sohn Colain, den er mit Aoifa hatte, tötete. Als der aus dem Schattenland nach Ulster zurückkehrte kam es zwischen Vater und Sohn zu einem Kampf, der erst endete, als Cuchulainn seinen Sohn an dessem goldenem Ring erkannte. Aber da war Colain bereits tödlich getroffen.
Sein Ende fand Cuchulainn, nachdem er Hundefleisch gegessen hatte und darum seine magischen Kräfte verloren hatte. Das Heer der Königin Medb griff Ulster an und Cuchulainn, der wegen einer Verzauberung unbedingt alleine kämpfen wollte, gelang es lange, den Angriff abzuwehren. Doch endlich war er so von den Feinden bedrängt, daß er, schwerst verwundet, sich selbst an einen Stein band, um mit letzter Kraft weiterkämpfen zu können. In dieser Pose wurde er von den Pfeilen der Gegner getötet. Die Sieger schnitten ihm einen Arm und den Kopf ab, den Rest überließen sie den Raben.
Parallelen weist die Sage von Cuchulainn mit dem griechischen Helden Achilles auf, an sein Ende, gebunden die Pfeile empfangend, erinnert die Legende des heiligen Sebastian.