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   Kelten
 

Druiden

„Die [Druiden] versehen den Gottesdienst, besorgen die Opfer für den Staat und für Privatleute und legen die heiligen Satzungen aus. Eine Menge von jungen Leuten kommt zu ihnen, um Unterricht zu empfangen, und sie genießen überhaupt bei den Galliern großes Ansehen. Denn fast bei allen Zwistigkeiten, sie mögen nun Staatsangelegenheiten oder Privatfälle betreffen, entscheiden sie. Hat jemand gefehlt, ist ein Mord geschehen, ist etwa über Erbschaft und Gemarkung ein Streit entstanden, so fällen sie das Urteil, setzen Strafen und Belohnungen fest.” (Cäsar, Der Gallische Krieg, 6.,13)
Nach Caesar waren die Druiden neben den Rittern die zweite Klasse freier Menschen bei den Kelten.

Der altirische Begriff (drui bedeutet „Weiser” oder „Zauberer”. Nach dem Römer PLINIUS leitet sich der Name Druiden von den ihnen besonders heiligen Eichen her, die Eiche heißt im Griechischen drys.

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Druide. RAFAEL ROMAN ARROYO, 2003
 
 
Sie sollen um 300v. aus Britannien nach Westeuropa (Gallien) gelangt sein und stellten ein Bindeglied der sonst weitgehend voneinander unabhängigen keltischen Stämme dar. Die Verbreitung des Druidentums erstreckte sich über die britischen Inseln und etwa das heutige Frankreich.

Die Druiden bildeten die keltische Priesterkaste. Als Kenner der Überlieferung vollzogen sie den Kult, waren als Weise geschätzte Richter in Zivil- wie Strafsachen und teilten als Lehrer die Religion mit.

Ihre Lehren wurden nur mündlich vom Druiden an seine Schüler weitergegeben. „Wie es heißt, lernen sie dort eine große Zahl von Versen auswendig. Daher bleiben einige 20 Jahre lang im Unterricht. Sie halten es für Frevel, diese Verse aufzuschreiben, während sie in fast allen übrigen Dingen im öffentlichen und privaten Bereich die griechische Schrift benutzen” (CAESAR, VI. 15,3). Caesar interpretiert das als Sorge um die Reinheit der Lehre.
Von dieser erwähnt er den Seelenglauben, der eine Wiedergeburt vorsieht, Astronomie sowie Spekulationen über Gottheiten und die Natur der Welt (CAESAR, VI. 15,5-6). Die Menschen sind nach ihrer Lehre Nachkommen des Unterweltgottes (röm. Dis Pater).

Als schwerste Strafe stand dem Druiden die Verweigerung der Teilnahme am Kult zur Verfügung. Diese Strafe galt als besonders schändlich und verleihte dem Druiden erhebliche Macht, vergleichbar der kirchlichen Drohung mit der Exkommunikation, die im Ausschuß vom Abendmahl besteht. Die als sehr religiös geschilderten Kelten begleiteten alle wichtigen Handlungen mit sakralen Handlungen, der davon ausgeschlossene war damit gesellschaftlich tot.

Das höchste von einem Druiden dargebrachte Opfer war ein Mensch, nach Caesar wurden besonders Verbrecher geopfert (CAESAR, VI. 16,2).

Die Druiden hatten innerhalb ihrer Klasse eine hierarchische Ordnung. Einmal im Jahr versammeln sie sich an einem geweihten Ort und halten Rat. Caesar vermutete diesen Ort im Gebiet der Carnuten (um das heutige Orleans). Hier wird auch der Nachfolger des höchsten Druiden bestimmt, wenn dieser gestorben war. Der Nachfolger wird entweder der im an Einfluß am nächsten stehende oder man wählt, ganz wie die Kardinalsversammlung bei der Papstwahl, einen Nachfolger. Auch der Zweikampf entscheidet bei strittiger Kandidatur, um auf diese Weise ein Gottesurteil zu erwirken.

Nachdem die keltischen Gebiete von den Römern besetzt worden waren, erließen die Besatzer unter Kaiser Tiberius (14 bis 37) und Claudius (41 bis 54) ein Verbot des Druidentums. Vordergründig waren die keltischen Menschenopfer dafür Anlaß, tatsächlich durfte es um die Brechung des Druidentums als politischen Einfluß gegangen sein.