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   Kelten
 

Gallier, Gallien

Nach den durch den römischen Eroberer Julius Cäsar und besonders durch die Bildergeschichten um Astrerix und Obelix bekannten keltischen Galliern heißt das Gebiet zwischen Rhein, Alpen, teils auch Oberitalien, Pyrenäen und Atlantik Gallien. Die Römer unterschieden aus ihrer Sichtweíse Gallia transalpina („Gallien jenseits der Alpen”) und Gallia cisalpina („Gallien diesseits der Alpen”), wobei jenes etwa dem heutigen Frankreich entspricht, dieses noch in Gallia transpadana („jenseits [nördlich] des Po”) und Gallia cispadana („diesseits [südlich] des Po”) unterschieden wurde. Das Gebiet des heutigen Südfrankreich nebst Alpen und Pyrenäen nannte man nach dem Hauptort Narbo (Narbonne) Gallia Narbonensis.

Die Gallier sollen nach griechischer Sage ihren Namen von Galates haben, einem Sohn des Heroen Herakles (lat. Hercules) und einer keltischen Königstochter, der in weiblicher Erbfolge Nachfolger seines Großvaters mütterlicherseits wurde. Er nannte seine Untertanen nach sich Galater, woraus später das Wort Gallier wurde.

Cäsar, der die Kelten insgesamt als Gallier bezeichnete, behauptet, „alle Gallier rühmen sich, von Vater Dis abzustammen, und sagen, das werde von den Druiden überliefert.” (Bell. Gall. VI, 18.1)

Einer der aus dem Altertum bekannten gallischen Stämme ist der Stamm der Senonen. Er drang Anfang des vierten Jahrhunderts unter ihrem König Brennus in Italien ein und eroberte 387 v. Rom, nur das Capitol blieb unbesetzt. Gegen Zahlung eines Lösegeldes konnten die Römer dies gallische Expedition zum Abzug bewegen.

Der römische Eroberungszug setzte bereits im 2. Jh. v. im südlichen Voralpengebiet ein, Cäsar unterwarf 58 bis 51 v. auch das übrige Gallien. Nach den teils brutalen Eroberungszügen mit nachfolgenden Unruhen folgte etwa ab dem 1. Jh. n. eine friedlichere Zeit, während der in Gallien Handel und Wohlstand aufblühten.

258 n. löste sich Gallien wieder von Rom, wurde aber unter Kaiser Aurelian 277 wieder dem Imperium angeschlossen. Im 4. Jh. drangen die germanischen Alemannen, Franken, Burgunder und Westgoten nach Gallien ein, beendeten das römische Regime (der römische Statthalter Sygarius wurde erst 486 n. von den Franken gestürzt) und Gallien löste sich in verschiedene germanische Reiche auf.

Die Christianisierung setzte in Gallien recht früh ein. Das erste Kloster auf gallischem Boden soll der hl. Martin 361 in Ligugé gegründet haben.

Symboltier Galliens ist der „gallische Hahn”, von lat. gallus, der „Hahn”.

Sammlung: Acheron, Belisana, Ogmios, Damona, Dusius, Epona, Nantosuelta, Sequana, Sucellos, Teutates.