| Kelten | ||
(auch Gavin, walis. Gwalchmai) Dieses Mitglied von König Artus´ Tafelrunde galt als edelster Ritter, der sehr auf die diesem Stand zugesprochenen Tugenden achtete.
Eines seiner Abenteuer erlebte er mit dem Grünen Ritter, einem Riesen. Der ritt auf seinem grünen Pferd zur Wintersonnenwende in Artus´ Saal ein und forderte Gawain zu einer Prüfung. Der solle versuchen, ihm den Kopf abzutrennen. Als das dem Gawain überraschend leicht gelingt, herrscht schon allgemeine Erleichterung, doch zu ihrer Überraschung steht der Grüne ungerührt wieder auf, nimmt seinen abgeschlagenen Kopf auf und sagt zu Gawain, er solle sich im kommenden Jahr zu ihm begeben, wo er seinerseits Streiche mit der Axt empfangen solle.
Damit tritt der Grüne ab.
Als sich Gawain auf den Weg zu dieser unangenehmen Verabredung begibt, kehrt er unterwegs bei Sir Bercilak de Hautdesert ein. Dessen Frau macht nun dem Gast Avancen, zwei Tage widersteht er der Schönheit, doch am dritten nimmt er von ihr einen grünen Gürtel ein, bei Ritters gängiges Zeichen dafür, daß der Träger einer Dame in Liebe zugetan war, doch bricht Gawain nicht die Ehe des Bercilak.
Als er das Ziel seiner Reise erreicht stellt sich heraus, daß der Grüne Ritter ebendieser Sir Bercilak ist. Der verabreicht Gawain nun die versprochenen Axthiebe. Zweimal verfehlt er Gawein, doch der dritte trifft ihn, allerdings enthauptet Bercilak ihn nicht, sondern verschafft ihm nur eine häßliche Wunde, als Dank, daß Gawain seine Gastfreundschaft nicht mißbraucht hatte.
Sein Ende findet Gawain im Kampf gegen Lancelot, wider den er einen ganzen Tag lang streitet. Bis zum Mittag steht es günstig für ihn, immer größer wird seine Kraft. Danach aber schwinden seine Kräfte und am Abend, mit Sonnenuntergang, wird er von Lancelot getötet.
Gawain ist offensichtlich eine Symbolisierung des Sonnengottes bzw. mit seinen Brüdern Gaheris, Gareth und Agravin eine der vier Jahreszeiten. Wie der Grüne Ritter, das alte Jahr, ihm unterliegt, so muß er selbst sterben, als seine Kraft, wie die der Sonne gegen Abend, dahinschwindet (WALKER, 298).