| Kleinasien - Lydien | ||
Eine Königsdynasie in Lydien.
Erster König aus der Mermnaden-Dynastie war Gyges, der um 685 den Thron bestieg, nach der Überlieferung die Hauptstadt Sardeis gründete und bis 652 herrschte. Gyges war zum Königtum gekommen, nachdem er seinen Vorgänger Kandaules eigenhändig getötet hatte (HERODOT 1,7). Jener Klandaunes soll ein Nachfahre des Herakles und der Omphale gewesen sein.
Gyges unternahm eine Reihe von Kriegszügen gegen die griechischen Städte in seiner Nachbarschaft, Gegner waren Milet, Smyrna, Kolophon und Magnesia. Diese Unternehmungen vermochte Gyges dank seines ungeheuren Reichtums zu finanzieren, ebenso seine reichlichen Gaben an das Orakel von Delphi.
(dt. Krösus) Wie einst Gyges war auch Kroisos ein sprichwörtlich reicher König, zudem ein großer Freund griechischer Kultur, der Delphi ebenso beschenkte wie den Artemistempel zu Ephesos, für dessen Bau er Säulen stiftete. Kroisos führte die noch heute übliche Goldmünze ein.
Mit Kroisos endete 546 v. die Herrschaft der Mermnaden. Der hatte einen Orakelspruch mißdeutet, demzufolge er durch Überschreiten des Flusses Halys ein großes Reich zerstören werde. Kroisos meinte, vom Perserreich sei die Rede, wagte den Feldzug gegen König Kyros und mußte zuletzt erkennen, daß sein eigenes Reich gemeint war.
Das Schicksal des Kroisos gemahnt an den Umstand, niemand sei vor seinem Tode glücklich zu nennen (HERODOT 1,86).