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| Literaturhinweise - Germanen / Römer | |
Unnötig, über den Inhalt dieses Werkes große Worte zu verlieren. Publius Cornelius Tacitus, geboren 55 oder 56 in Südgallien oder Norditalien, war ein römischer Geschichtsschreiber, Rhetoriker und Politiker, zudem Aufseher über die Kulte fremder Gottheiten, verfaßte seine 98 veröffentlichte Germania, im vollen Wortlaut ist der Titel De origine et situ Germanorum, als Gegenbild zur ausschweifenden Dekadenz des imperialen Roms, nachdem ihm nach vier Jahren in der Provinz der sittlich verwahrloste Zustand Roms besonders ins Auge gestochen war.
Sein Germanenbild, im Grunde ein Sittengemälde des kernigen Wilden, mag darum an mancher Stelle vom gesellschaftspolitischen Zweck der Veröffentlichung gefärbt sein. Dennoch ist es ein einzigartiges Zeugnis nicht allein über Stämme, Sitten und Gebräuche der alten Deutschen, sondern wirft überdies ein bemerkenswertes Licht auf die Wahrnehmung barbarischer Völker durch eine antike Zivilisation insgesamt.
Die vorliegende Aussage besticht durch die lesenswerte Einführung, die klare Gliederung — links der vollständige lateinische Text im Original, rechts die Übertragung ins Deutsche — ebenso wie durch den Anhang mit Lesarten, einem ausführlichen Nachwort, welches eventuelle Verständnisprobleme zu beheben vermag und reichlich weitere antike Quellen anführt, eine Bibliographie und einem praktischen Verzeichnis der erwähnten Stämme sowie nicht zuletzt durch seinen günstigen Preis.
Ein Muß für jeden an den Germanen interessierten Leser.