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 Literaturhinweise - Magie und Zauberei
 
 

Christa Habiger-Tuczay: Magie und Magier im Mittelalter

Christa Habiger-Tuczay: Magie und Magier im Mittelalter.
Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. Diederichs, München 1992. ISBN 3424011320
 
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Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. Diederichs, München 1992. ISBN 3424011320

Die studierte Germanistin und Philosophin Christa Habiger-Tuczay, Jahrgang 1952, schlägt in diesem Band den Bogen vom antiken Erbe magischer Überlieferung und magischen Elementen im frühen Christentum bis in das Mittelalter, wo sie die Stellung der Zauberei in den christianisierten Ländern ebenso betrachtet wie die Ausübung der Magie bei Juden und im heidnischen Europa.

Den Auftakt machen die Zauberinnen der antiken Literatur, etwa die thessalischen Hexen oder die berühmte Kirke. Es wird die rechtliche Lage der Magie im römischen Reich beleuchtet und auch die babylonischen Chaldäer werden gestreift.
Dann erörtert Habiger-Tuczay den Themenkomplex Magie und Urchristentum, wo Jesu Wunder ebenso angesprochen werden wie der bekannte Zauberkampf des Petrus gegen den Simon Magus oder die Wundertaten der frühen Heiligen.

Diese liegen zeitlich bereits in der Nähe der im dritten Kapitel referierten Meinung der einflußreichen Kirchenschriftsteller Augustinus, Isidor von Sevilla und Thomas von Aquin. Dann erfährt der Leser von der Zauberei beschuldigten Päpsten, allen voran Sylvester II. und von der Verwendung von Bibel und Sakramenten als Zaubermittel, von Ketzern (besonders den Templern) und vom Dämonenpakt.

Eher knapp werden sodann die rechtliche Situation des Zauberers (oder besser: der Zauberin) im Mittelalter in ihrer geschichtlichen Entwicklung bis zum Malleus Maleficarum, dem berüchtigten Hexenhammer, und die Praxis des Strafprozesses erhellt, ehe die Autorin sich in den nächsten Kapitel den Zauberjuden und dem arabischen Einfluß zuwendet und die Magie bei Kelten und Germanen andeutet, soweit davon Überlieferungen vorhanden sind.

Weiten Raum nehmen dann Beispiele konkreter Zauberei ein, Totenbeschwörungen, geheimnisvolle Automaten, sprechende Köpfe, magische Rituale, Bildzauber, Liebeszauber und anderes mehr.

Kurz räumt die Autorin dann mit dem Vorurteil auf, die Hexenverfolgungen hätten im finsteren Mittelalter stattgefunden, ehes es schließlich um die Magie in der höfischen Literatur des Mittelalters geht.

Ein der Themenfülle angemessen großes Literaturverzeichnis und ein Register runden das sehr lesbar geschriebene, inhaltlich sehr spannende und durch einige wenige Abbildungen treffend illustrierte Buch ab.
Schade, daß „Magie und Magier im Mittelalter” im Neubuchhandel vergriffen ist — zum Glück gibt es Antiquariate.