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   Phönizier
 

Moloch

Den Begriff Moloch, phönizisch für „Darbringung”, verwendeten die Phönizier für einen Opferritus, bei dem ein Tier anstelle eines Kindes im Feuer geopfert wurde. Es handelt sich also nicht unbedingt um eine Gottheit, der Kinder als Brandopfer dargebracht wurden (BELLINGER (1997), S. 320).

Weiter war Moloch ein chthonischer (unterirdischer) Gott der Phönizier gewesen, der in Zeiten der Not um Hilfe gebeten wurde. Dabei war ihm der Bereich des Feuers zugeordnet und ihm wurden Brandopfer dargebracht (ebd.). Stätten seiner Verehrung waren in Kathargo, Tyros (STORM 2000, S. 53) und Byblos (BAMM (1955), S. 230).

In der Bibel wird der Moloch (hebr. moläk o. molech, viell. v. mäläk, „König”), der namentlich an den Milkom, den Nationalgott der Ammoniter (Jeremia 49,1ff.) erinnert und nach 1. Könige 11,7 „Greuel der Ammoniter” ist, als ein Gott dargestellt, dem Menschenopfer, bevorzugt Kinder, dargebracht wurden, die bei der Opferung „durchs Feuer gingen” (d. h. verbrannt wurden). An mehreren Stellen wird von dieser Verfehlung der Israeliten berichtet (3. Mose 18,21, 20,2-4, 2. Könige 16,3), die an der Opferstätte Thopeth („Feuerstätte”, „Herd”) im Tal des Hinnom (Ge-Hinnom) vollzogen wurde (2. Könige 23,10; 2. Chronik 33,6).
Das Tal Hinnom, wo die Opferstätte war, galt später als der Ort, wo tief in der Erde der Strafort der gefallenen Engel und Frevler vermutet wurde (BELLINGER (1997), S. 156 u. Reclams Bibellexikon, S. 334 u. 337).

 

Die christliche Dämonologie sah in Moloch einen herausragenden Vertreter der Dämonen.

Der durch die Bibel vermittelte üble Leumund des Moloch ließ ihn zum Inbegriff des menschenverschlingenden, unersättlichen Monstrum werden („Moloch Großstadt”, „bürokratischer Moloch”).

Die Zoologie kennt unter dem Namen Moloch eine in der Wüste Australiens heimische, kaum zwanzig Zentimeter lange und für den Menschen völlig harmlose, zu den Agamen gehörende Art ameisenfressender Echsen, deren furchterregender Art- und Gattungsname Moloch horridus (dt. Dornteufel) auf das stachelige Äußere der Tiere abzielt.