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   Ugarit
 

Mot

(„Tod”) Der ugaritische Todesgott, Gott der Dürre und Unfruchtbarkeit, der über die Unterwelt ebenso herrscht wie über das Länd während der Dürre.

In einem in Ugarit gefundenen Baal-Mythos kämpfte der Wettergott Baal um seine Anerkennung als König. Nachdem er den Meeresgott Jam überwunden hatte und ihm der Handwerksgott Kothar-Hasis einen Palast errichtet hatte, wurde er vom Todesgott Mot herausgefordert. Der verschlangt den Baal, wofür ihn aber die Göttin Anat vernichtet — allerdings nicht völlig, denn nachdem Baal auferstanden ist, fordert Mot ihn erneut heraus, aber nun beendet die Sonnengöttin Schapasch den Streit, indem sie den Willen des höchsten der Götter, El, verkündet, daß fortan Baal herrschen solle (Reclams Bibellexikon, S. 514).

In den Überlieferungen ist die Verschlingung des Baal ebenso plastisch dargestellt wie die Vernichtung des Mot.
Erst hatte Mot den Baal „wie eine Olive” verschlungen, sein Maul von der Erde bis zum Himmel aufreißend, wobei seine Zunge bis in die Sterne reicht (BELLINGER (1997), S. 322).
Mit dem Tod des Baal ist auch die Fruchtbarkeit der Erde dahin. Seine Schwester Anat forderte die Herausgabe des Bruders, als der sich aber weigerte, stieg sie selbst zu ihm in die Unterwelt hinab, „mit ihrer Sichel zerteilt sie ihn. Mit ihrer Geißel schlägt sie ihn. Mit Feuer verbrennt sie ihn. Mit Mühlsteinen zermahlt sie ihn. Auf die Felder verstreut sie ihn, um seine Kraft zu zerstören, damit er nicht länger die Ernte zurückhalten kann.” (STORM 2000, S. 54).