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   Phönizier
 

Anat

(Anath, „Vorsorge”, „Vorsehung”, „Himmelswille”) Bei Kanaanäern (Syro-Phöniziern) eine Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, zudem des Krieges. Anat ist die Tochter des El und der Ashera, der Baal ist zugleich ihr Bruder und Gefährte. Dargestellt wird sie mit Helm, Schild, Streitaxt und Speer und doppeltem Flügelpaar (BELLINGER (1997), S. 35).

Einem in Ugarit gefundenen Baal-Mythos zufolge war Baal, der Gott des fruchtbringenden Regens, von Mot, dem Gott des Todes und der Dürre, in dessen Reich gelockt worden, wo Baal Schlamm aß und starb. Weil Mot ihn nicht wieder herausgeben wollte, fuhr Anat zornig in die Unterwelt hinab, stellte den Mot und zerstückelte ihn mit einer Sichel, ehe sie dessen Überbleibsel über die Erde verteilte. Da so die Macht des Mot gebannt war, konnte Baal auferstehen und neue Fruchtbarkeit kam über das Land (Reclams Bibellexikon, S. 541 u. STORM 2000, S. 18).

Anat, Baal und Mot stellen vermutlich den dauernden Wandel werdender und vergehender Natur dar.

Auf der Nilinsel Elephantine bestand im fünften Jahrhundert eine israelitische Militärkolonie, wo man die Anat als Gefährtin des Jahwe ansah und als dessen personifizierten Willen begriff (Reclams Bibellexikon, S. 33).

Der Ortsname Anatoth (Jeremia 1,1) weist auf die Verehrung der Anat im vorisraelischen Palästina hin. Anatot lag wahrscheinlich fünf Kilometer nordwestlich von Jerusalem und ist der Ort Ras el-Charrube (Reclams Bibellexikon, S. 34).