| Phönizier - Schauplätze | ||
Eine alte Stadt in Palästina, phönik.-hebräisch Gebal (Gubal), heute Dschebeil. Vom Namen dieser Stadt leitet sich biblos, Buch ab.
Die Stadt unterhielt im 3. Jahrtausend vor enge Beziehungen mit Ägypten, das von dort Libanonzedern bezog. Später wurde die Hafenstadt ein wichtiger Umschlagplatz für Papyrus, worin der griechische Name der Stadt seine Ursache hat.
Man geht davon aus, daß in Byblos das phönikische Alphabet entstand, denn man fand hier Bronzetafeln mit einem entsprechendem Schriftsystem.
Byblos war ein alter Kultort der semitischen Großen Göttin Astarte, in Byblos befand sich ein berühmter Tempel der Göttin, die in Griechenland als Aphrodite, in Rom als Venus verehrt wurde.
Der Tempel gilt als ältester ununterbrochen genutzter Tempel überhaupt. Noch heute erinnern die Umfassungsmauern mit zwei Eingangstoren, mehrere Tempel und Königsgräber an die einstige Größe von Byblos.
Ausgrabungen förderten das Grab des Königs Ahiram von Byblos zutage. Der mit Reliefs geschmückte Sarkophag aus dem 13. Jh. v. ruht auf vier Löwen, eines der Reliefs zeigt Ahiram auf seinem Thron, ihm links und rechts zur Seite zwei Sphinxen. Eine Inschrift zeugt vom hohen Alter der Buchstabenschrift.
Jüngere Ruinen sind das römische Amphitheater und der Jupitertempel, von dem einige Säulen erhalten sind.
Aus der Zeit der Kreuzzüge stammen die Rest einer Kreuzritterburg, die von den französischen Herren von Byblos, den Seigneurs de Gibelet, hier im elften Jahrhundert zur Beherrschung des Hafens und der Küstenstraße errichteten.
Bei Byblos soll der von seinem Bruder Seth in einen Sarg gesperrte Osiris angetrieben worden sein. Hier fand ihn seine Gattin Isis, die ihn nach Ägypten zurückbrachte, wo ihn Seth zerstückelte, Isis aber doch noch den Horus von ihm empfangen konnte.