| Phönizier - Schauplätze | ||
(heute Saida) Eine alte phönizische Küstenstadt in der syrischen Küstenebene im Süden des heutigen Libanon.
Bis etwa 1000 v. Chr. hatte Sidon große Bedeutung unter den phönizischen Städten. Bekannt war es für Glasherstellung und die Purpurfärberei, wobei der benötigte Purpur vornehmlich in Tyros gewonnen wurde.
Kurz vor der Zeitenwende erlebte Sidon eine neuerliche Blüte.
565 wurde Sidon durch ein Erdbeben zerstört und nur zum Teil wieder aufgebaut.
Die Araber eroberten Sidon 638 und machten es zu einer Provinzstadt, seit der Eroberung durch die Fatimiden war Sidon 994 war Sidon Sitz eines örtlichen Emirs.
1110 gelang Kreuzfahrern die Einnahme Sidons, die Stadt wurde nun Bischofssitz und Hauptstadt des Lateinischen Königreichs von Jerusalem.
Nach der Eroberung durch die muslimischen Mamluken 1268 verlor Sidon an Bedeutung.
Das alte Sidon ist heute die Hafenstadt Saida im Libanon und hatte 1990 etwa 85.000 Einwohner.
Am Strand von Sidon soll Zeus die dort spielende Königstochter Europa entführt haben.
Die Priester dort begannen bald nach Europas Entführung damit, diese mit ihrer Göttin Astarte zu einer Gestalt zu vermengen (LUCIAN, n. HEDERICH, Sp. 440).
Der Küstenstrich vor Sidon soll der Ort gewesen sein, wo der Prophet Jona von dem Fisch, der in verschluckt hatte, an den Strand gespien wurde (Jona 2, n. BAMM, S. 217).
Im Alten Testament wird Sidon auch als Synonym für Phönizien insgesamt gebraucht (z. B. Jesaja 2,23), was damit zusammenhängen mag, daß Sidon nach 1. Mose 10,15 der Sohn Kanaans ist; Kanaan ist der biblische Name für Phönizien.
Auch Jesus hat die Gegend von Sidon besucht, wie aus Matthäus 15,21 hervorgeht, wo Jesus die Tochter einer Kanaaniterin heilt, obgleich er von sich selbst sagt, er sei nur zu den Israeliten gesandt (ebd., 24). Auch Paulus machte auf seiner Fahrt nach Rom in Sidon Halt (Apg. 27,3).