| Polynesien | ||
(Ta-Pu) Dieser Begriff aus der religiösen Welt der polynesischen Völker meint alles, was mit der Inselgottheit zusammenhängt, ihr also geheiligt ist und von den Menschen nicht berührt werden darf.
Tabu bzw. Ta-Pu ist das Bild des Gottes, ihm bestimmte Opfer, Kranke und an Krankheit Verstorbene. Diesen wohnt eine Mana genannte göttliche Kraft inne, die auf alle überspringen kann, die tabuisiertes berühren, was deshalb vermieden wird.
Mancher Südsee-Insulaner solch sich diese Berührungsangst zu Nutze gemacht haben und behauptete von sich, er selbst sei Ta-Pu — so konnte er unter aller Augen Schabernack treiben, ohne Übergriffe befürchten zu müssen.
Von religiösen oder moralischen Verboten unterscheidet sich ein Tabu dadurch, daß es in kein System eingeordnet ist und nicht begründet wird. Die ältesten und wichtigsten Tabuverbote sind die beiden Grundgesetze des Totemismus: das Totemtier nicht zu töten und den sexuellen Verkehr mit den Totemgenossen des anderen Geschlechts zu meiden. (DÖBLER (1971), S. 39)
Dem Begriff Tabu vergleichbar ist das, was die deutsche Sprache im eigentlichen Sinne heilig nennt.
Entsprechungen sind nach SIEGMUND FREUD das hebräische kodausch, das griechische hagios oder das lateinische sacer. (DÖBLER (1971), S. 39)