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| Römische Mythologie | |
(lat. divina die Leuchtende oder von Dea und Jana, Mondgöttin)
Die jungfräuliche Göttin des Lichts, insbesondere des Mondlichts bei den Römern. Sie ist Göttin der freien Natur, der Fruchtbarkeit, des Wildes und der Jagd, Schutzgöttin der Frauen und der Geburt sowie Bundesgöttin der Latiner. Ihr Kult war über die ganze damalige Welt verbreitet, sie entspricht in vielem der ägyptischen Isis, die wie sie fast überall verehrt wurde, bei den Griechen hieß sie Artemis. Unter Artemis finden Sie weitere Hinweise zur Mythologie dieser Göttin sowie zahlreiche Beinamen.
Diana wurde an vielen Orten Italiens verehrt, wichtige Tempel befanden sich am Berg Tiafa bei Capua und in einem Hain in der Nähe des Sees bei Aricia. Dieser Kratersee heißt Spiegel der Diana, dort trägt die Göttin den Beinamen Nemorensis. Der Priester dort war ein entlaufener Sklave, der seinen Vorgänger getötet hatte. Auch er selbst würde einst seinerseits von einem Sklaven getötet werden, der dann seine Stelle einnimmt. Opfergaben waren beispielsweise kleine Statuetten von Mutter und Kind oder Vulvavotivgaben, da die Diana zuvorderst eine Göttin der Frauen ist.
Ihr Fest am 13. August wurde als Festtag der Sklaven begangen (n. BELLINGER, 116).
Diana wurde früh der Luna gleichgesetzt, dann auch der griechischen Artemis.
Ovid nennt sie Trivia (die man an Dreiwegen anruft, Metam. II,416), eigentlich Beiname der Hekate, weil Diana als Mondgöttin mit ihr die nächtliche Herrschaft teilte. Weiter nennt Ovid sie Titania wegen scheinbarer Verwandschaft mit Hyperion (Metam. III,173). Unter diesem Namen erwähnt sie auch Shakespeare als Feenkönigin in seinem Sommernachtstraum.
Als Jungfrau, Mutter und Jägerin repräsentiert Diana den Zyklus von Geburt, Leben und Tod, wie er sich auch in den Mondphasen widerspiegelt. Ihr Kult war weit verbreitet, seit der Christianisierung wird an vielen ihrer heiligen Orte die Maria verehrt.
Im fünften Jahrhundert soll sie die meistverehrte Göttin der Gallier gewesen sein. Die verehrten sie etwa in Form eines Zweiges oder Baustammes, worüber die christlichen Missionare sich abfällig äußerten (WALKER, 165f.).
Gregor von Tours (538 bis 594) erzählt von der von Wundern begleiteten Vernichtung eines keltischen Götterbildes durch Wulfilaich, das er der römischen Diana zuordnete. (DAXELMÜLLER, 107)
Im Mittelalter wurde die Diana zunehmend als Göttin und Anführerin der Zauberer und Hexen angesehen. Ganz an alte Motive der Diana als Göttin der Tiere anknüpfend ritten ihre Anhänger(innen) des nachts auf allerlei Tieren über den Himmel. Zwar lehnte die christliche Kirche derlei Vorstellungen seit 906 ab, doch haftete der Glaube im Volke, doch mit dem Aufflammen des Hexenwahns gewannen solche Ideen, die sehr an die Wilde Jagd erinnern, auf grausame Weise Aktualität. Nun wurde die Diana mit der Mondsichel, (andere Namen, unter denen sie als Große Göttin verehrt wurde waren Bensozia, Dame Habonde, Herodias, Hodla Perchta oder Noctiluca) immer mehr zum gehörnten Teufel, ihre Anhängerschaft den Hexen gleichgesetzt, obwohl das nicht das gleiche ist (nach PICKERING, 73f.).
Einem dem altrömischen König Tullus Hostilius zugeschriebenem Gesetz zufolge mußten die Priester im Hain der Diana ein Sühneopfer darbringen, sofern eine Blutschande begangen wurde. Denn nach allgemeiner damaliger Auffassung ziehe dieses Vergehen eine Hungersnot nach sich, weshalb es billig erschienen sei, der Göttin der Fruchtbarkeit ein Sühnopfer darzubringen. (FRAZER, 206)
siehe auch Artemis und Beinamen der Artemis/Diana