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 Römische Mythologie
 
 

Egeria

(auch Aegeria) Eine römische Nymphe, die zu den Camenae gehört. Sie war Orakelgöttin und Göttin der Geburt, der die schwangeren Frauen opferten, um leichter zu entbinden.

Egeria liebte den zweiten König von Rom, Numa Pompilius. Ihm erläuterte sie des Nachts den Willen der Götter, die Künste der Weissagung (Hydromantie) und wies ihm so den Weg zu weiser Herrschaft (AUGUSTIN, De Civitate Dei, VII, 35, zit. n. HEDERICH, Gründl. mythol. Lex., Sp. 974).

Das glaubten ihm seine Adelsgenossen nicht, aber als sie ihn einmal zu Mittag besuchten und seine Hütte in armseligen Zustande vorfanden, sagte er ihnen, sie sollten am Abend wiederkehren. Sie taten das und waren überwältigt von der plötzlich entfalteten Pracht, die unmöglich Menschen in so kurzer Zeit hätten herstellen können.

Als Numa Pompilius starb, war Egeria so unglücklich über den Verlust, daß sie sich in den Hain bei Aricia zurückzog und dort unendlich viele Tränen vergoß. Mitleidig mit der Unglücklichen verwandelte die Göttin Diana sie in eine Quelle (OVID, Metamorphosen).