| Italien - Schauplätze | ||
(heute Arezzo) Ein Stadt in der östlichen Toskana in Italien. Heute ist Arezzo Hauptort der gleichnamigen Provinz Arezzo und hatte 2001 gute 91.000 Einwohner.
Arretium war einst eine Stadt der Etrusker, im Altertum war es eine der Städte des etruskischen Zwölfstädtebundes.
Im dritten Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt römisch. Berühmtester Sohn der Stadt ist der Kunstfreund Maecenas, der Förderer besonders des Horaz, daneben des Vergil und des Properz u. a. war und zudem Augustus nahestand.
Berühmtestes Produkt des alten Arretium waren die aus roter Tonerde getöpferten, häufig mit Reliefs verzierten arretinischen Gefäße (Arretinische Keramik, terra sigilatta), welche hier besonders in den Jahrzehnten ab 30 v. Chr. hergestellt wurden, ehe sich die Produktion bis zur Mitte des ersten Jahrhunderts an konkurrierende Standorte verlagerte.
Diese Keramik war in der Blütezeit von solcher Qualität, daß ein Text aus dem 13. Jahrhundert (Compositione del Mondo v. Ser Ristoro d’Arrezzo, 1282) berichtet, gefundene Stücke hätten bei den mittelalterlichen Künstlern großes Aufsehen erregt. Man meinte, die Gefäße müßten vom Himmel gefallen sein, da ein Mensch zu solcher Arbeit nicht fähig sei. (Wörterbuch der Antike, 53)
Aus dem 13. Jahrhundert stammt der gotische Dom, im Jahrhundert darauf entstand die Kirche San Francesco; darüber hinaus stehen in Arezzo eine Anzahl weiterer kulturell bedeutender Bauten, weshalb Arezzo Kunststadt genannt wird.