| Rom - Caesaren | ||
(römischer Kaiser 54 bis 68 aus der julisch-claudischen Dynastie) Der am 15. Dezember 37 n. Chr. in Antium als Sohn des Gnaeus Domitius Ahenobarbus und der Agrippina (d. J.) geborene Lucius Domitius Ahenobarbus, der sich den Künstlernamen Nero gab, wurde Kaiser, nachdem sein Adoptivater Claudius von der Agrippina vergiftet worden war. (Agrippina hatte Claudius nach dem Tod ihres Mannes geheiratet und dessen Adoption Neros durchgesetzt. Diese Adoption änderte Neros Namen in Nero Claudius Drusus Caesar.)
Anfangs war Nero, den Thgron bestieg er am 13. Oktober 54, ein eher zurückhaltender Herrscher, der sich den schönen Künsten widmete (Kunst, Musik, Theater; er versuchte sich asuch als Wagenlenker) und die Regierungsgeschäfte seinen ehemaligen Lehrern Seneca d. J. und Burrus überließ.
Allmählich aber löste sich Nero von seinen Lehrern und insbesondere mißfiel ihm zunehmend die Einflußnahme seiner Mutter Agrippina. Auch mit seinem Halbbruder Britannicus, einem Sohn des Claudius und der Valeria Messalina, geriet Nero aneinander und ließ den vergiften. Auch die Ermordung seiner Mutter plante er (59 n. Chr.).
Nachdem Burrus gestorben war und Seneca sich zurückgezogen hatte, begann Neros Größenwahn. Er ermordete seine Gattin Octavia, die er ohnehin vornehmlich aus politischen Gründen geheiratet hatte, und nahm seine Geliebte Poppea Sabina zur Frau. Schon vorher hatte er die Freigelassene Akte zu seiner Geliebten gemacht, sehr zum Unwillen seiner Mutter.
Noch tat das der Beliebtheit des Kaisers keinen Anbruch, zumal er Festspiele stiftete und die Künste förderte — wobei er sich selbst allerdings für den größten aller Künstler (artifex) hielt.
Dann kam es aber zu Skandalen wegen der Bühnenauftritte, zudem sank Neros Ansehen wegen der hohen Belastung der Staatskasse durch die Kriege in Britannien und gegen die Parther. Neros Herrschaft wurde nun mehr und mehr zur Despotie. Er ließ etliche Senatoren, Mitglieder des alten Adels, hinrichten, weil er von denen Umsturzversuche befürchtete und zur Krise kam es, als 64 weite Teile Roms abbrannte und man Nero dieser Tat bezichtete. Der sah seinerseits die Schuld bei den Christen und strengte eine Verfolgung dieser von den Römern als jüdische Sekte betrachteten Glaubensgemeinschaft an. Eines der im Zuge dieser Verfolgung Hingerichteten war Petrus, der Jünger Christi.
Nach dem Brand ließ Nero die Hauptstadt neu erbauen, die prächtige Domus Aurea ist sein Verdienst — der allerdings die öffentlichen Kassen zusätzlich enorm belastete.
Zu den außenpolitischen Taten Neros gehört ein Friedensschluß mit den Parthern.
65 n. Chr. versuchte man Nero durch eine Verschwörung zu Fall zu bringen. Haupt dieser Pisonischen Verschwörung war der Adlige Gaius Calpurnius Piso. Zum Kreis der Tatverdächtigen gehörte auch Seneca, den Nero zum Selbstmord zwang, dazu der Dichter Lucanus und Petronius, die beide zuvor noch hoch in Neros Gunst gestanden hatten.
Im gleichen Jahr starb Neros Gattin Poppea, welche Nero, als sie schwanger war, heftig in den Leib getreten haben soll.
66/67 unternahm Nero eine Künstlertournee nach Griechenland. Dort hielt er nicht nur Spiele ab, an denen er selbst teilnahm (um Periodonike werden zu können, also Sieger aller panhellenischen Spiele, ließ er die olympischen, die pythischen, die nemeischen und die isthmischen Spiele alle in einem Jahr durchführen und in Olympia ausnahmsweise einen musischen Wettkampf austragen), sondern er ließ auch den Bau eines Kanals durch den Isthmos beginnen, der Schiffern die langwierige Umseglung des Peloponnes und das gefährliche Kap Malea ersparen und die östlichen Reichsteile besser mit Rom verbinden sollte.
Dazu verlieh er Ende 67 bei den Isthmien den Gemeinden Achaias die volle Unanhängigkeit von Rom und verzichterte auf weitere Tributzahlungen.
Im März 68 deutete sich das Ende von Neros Herrschaft an, denn Vindex, der Statthalter der Provinz Gallia Lugdunensis, wagte eine Revolte. Die scheiterte zwar noch an der Uneinigkeit von Vindex’ Mitstreitern, aber dann schloss sich in Rom die kaiserliche Garde der Praetorianer einem Umsturzversuch des Galba an, nachdem der ihnen versichert hatte, Nero habe sie im Stich gelassen. Nero waandte sich zur Flucht und setzte am 9. Juni 68 seinem Leben selbst ein Ende. Als seine letzten Worte ist der Ausspruch welch ein Künstler geht mit mir verloren! überliefert.
Mit Nero endete die Dynastie julisch-claudischer Kaiser.
In Griechenland genoß Nero noch Jahre nach seinem Tod hohes Ansehen; es hat sogar mehrere gegeben, die sich dort als Nero ausgaben.