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 Römische Mythologie
 
 

Römische Glaubens- und Götterwelt

Als Bauernvolk achteten die Römer besonders auf das Wirken der Götter, steht doch hinter jedem Lebensvorgang eine göttliche Kraft. Ob Feldarbeiten, Pflügen, Vieh hüten, Saat, Wachstum oder Ernte - die Tätigkeit des Landmannes steht unter dem Schutz einer Gottheit. Sind die Schutzgottheiten erzürnt, hat dies Viehsterben oder Mißernten zur Folge.

Der Haushalt des Römers hatte seine eigenen Schutzgötter: Vesta hütet den Herd, Janus wacht an Tür und Tor, die Penaten schützen die Vorratskammer. Das Wirken des Menschen selbst hängt von dem ihm innewohnenden Schutzgeist, dem Genius ab.

An der Spitze der Götter stehen nach etruskischer Überlieferung Jupiter, Juno und Minerva.
Weitere waren Vulkan, Vesta, Venus u.a. Dem höchsten Jupiter waren Siege im Kriege zu verdanken, er wurde zum Schutzgott der Stadt Rom und der römischen Macht. Vesta war die Göttin des heiligen Herdfeuers. Ihre Priesterinnen, die Vestalinnen, unterhielten in ihrem Tempel ihr Feuer.

Dominierend wird der Einfluß griechischer Götterwelt, die höchsten römischen Götter werden später den Olympiern gleichgesetzt.

 

Weiter gab es eine Unzahl Nebengottheiten für alle Lagen und Verrichtungen, die hier in loser Folge versammelt werden:

 

Götter des Garten- und Feldbaus

Subruncinator - wachte über das Jäten der Gärten und Felder.

Seia - behütete die noch in der Erde keimende Saat.

Segetia - wachte als Göttin über die aufgegangene Saat.

Nodotus - der Gott der Knoten an den Getreidehalmen sorgte für gesundes Wachstum.

Notudensis - die Göttin stand dem Dreschen des Getreides vor.

Runcina wurde während des Jätens des Getreides verehrt.

 

Götter der Hochzeit, Geburt und Kindheit

Domiducus - wurde verehrt, wenn eine Braut erstmals das Haus des Bräutigams betrat.

Domitius - sollte die Braut zum Bleinen im Haus des Bräutigams bewegen.

Subigus - sollte die Braut gefällig machen.

Perfica - führte die Hochzeitsnacht zu glücklichem Ausgang.

Nascio (auch Natio, lat. „Geburt”, „Stamm”) - sie beschützte die Geburt. Ihr wurde darum im Arbetinischen durch Tempelumgänge geopfert. Vom Namen dieser Göttin stammt der moderne Begriff Nation.

Rumilia (Rumina, Rumia) - diese Göttin sorgte dafür, daß die kleinen Kinder mit der nötigen Kraft an der Brust der Mutter saugen konnte (ruma, Zitze). Dargebracht wurden ihr statt des üblichen Weines Milchopfer.

Potina (Potica) - sie wachte allgemein über das Trinken der Kinder.

Cuba - diese Göttin sorgt für das gute Liegen der Kinder.

Statanus (Statilinus) - übernahm den Schutz der Kinder, sobald diese stehen konnten

 

Sterben und Begräbnis

Naenia - die Göttin der Begräbnisse alter Leute und der Totenklage (mehr)

 

Götter des Handels und Münzwesens

Argentinus - Schutzgott des Silbergeldes und deshalb Sohn des Aesculanus

 

Verrichtungen

Stimula - die Göttin, die den Menschen eine Tat beginnen ließ

Strenua - die Göttin, die den Menschen eine Tat zügig erledigen ließ (lat. strenuus, „hurtig”)

 

Verschiedenes

Abeona - (von „ich gehe fort”) ihres Schutzes versicherte sich der Römer, wenn er einen Ort verließ (Hederich 1996, Sp. 8)

Strenia - sie wachte über die Neujahrsgeschenke Strenas und hatte in der V. Region Roms eine Kapelle