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 Römische Mythologie
 
 

Lemuren

Römische Totengeister. Sie sind die Seelen Verstorbener. Nachts belästigen sie als Schreckgespenster die Lebendigen, weshalb man sich vor ihnen besser durch verschlossene Haustüren schützt.

Es gibt zweierlei Lemuren, die gutwilligen Lares und die bösen Larvae. Zur Versöhnung mit den Lemuren wurden am 9., 11. und am 13. Mai die Lemuria gefeiert. An diesem Tag blieben die Tempel geschlossen.

Nach OVID sind die Lemuria ein nächtliches Fest, daß in drei Nächten vom 9. bis zum 13. Mai gefeiert wurde, eine Nacht wurde ausgesetzt. Es sollten dabei vornehmlich unruhige Vorfahren besänftigt werden. Um Mitternacht schlich sich der Hausherr, ohne jemanden zu wecken, barfuß zu einem Brunnen. Um nicht den Schatten zu begegnen, schlug er dabei mit den Fingern Schnippchen. Den Brunnen erreicht wusch er sich dreimal die Hände und kehrte zurück. Er nahm neun schwarze Bohnen in den Mund und warf sie dann einzeln hinter sich, jedes Mal mit den Worten „Mit diesen Bohnen erkaufe ich mich und die Meinigen”. Daraufhin lasen die Schatten die Bohnen auf, der Hausherr schlug auf ein ehernes Becken und bat die Schatten, sein Haus zu verlassen, wobei er neunmal sprach „Weichet, ihr väterlichen Manen”. Er sah sich um und damit war die Zeremonie beendet. (zit. nach HEDERICH, Sp. 1450f).

Das Lemurenfest soll Vorbild der späteren christlichen Festtage Allerheiligen und Allerseelen sein (Vom Volksbrauch II, S. 3.

Lemurien („Geisterwelt”) ist Name eines mythischen Kontinents, der in grauer Vorzeit untergeganen sein soll.

Lemuren heißen auch einige Affen (Makis, Lemuroidea), die heute noch auf Madagaskar vorkommen und die eine nächtliche Lebensweise pflegen, wie es auch den Gespenstern nachgesagt wird.