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| Römer - Antike Dichtung | |
(Ovid) Bedeutener römischer Dichter. Er lebte von 43 vor bis 17 nach. Ovid stammte aus Sulmo in Mittelitalien und entstammte einer Ritterfamilie.
In Rom studierte er und begann eine öffentliche Laufbahn. Mit den Dichtern seiner Zeit, etwa Propertius und Tibullus, war er gut bekannt, hatte in Messala Corvinus einen spendablen Mäzen und war dreimal verheiratet. Dann traf den erfolgreichen und angesehenen Schriftsteller das Schicksal: Seinen Lebensabend mußte er im Exil verleben.
Als Grund dafür nennt Ovid zwei Möglichkeiten: Einen nicht näher bezeichneten Umstand oder sein Liebesgedicht Ars Amatoria (Liebeskunst), die den Augustus schwer empört hatte. Es wurde sogar zensiert und durfte in öffentlichen Bibliotheken nicht offen angeboten werden - offenbar ein Fall antiker Pornographie.
Er musste nach Tomis am Schwarzen Meer in die Verbannung (heute Constanta, Rumänien). Dort, inmitten einer wenig fein gebildeten Bevölkerung und ihm widrigen Klima litt Ovid sehr unter Heimweh und Mangel an intelektuellem Austausch. Mehrere Gesuche um Begnadigung, erst an Augustus, nach dessen Tod an Tiberius, wurden abgelehnt.
Ovid zeichnet sich durch einen eleganten, meist fröhlichen Stil aus - Ovid wollte und konnte seine Leser gut unterhalten.
Ovid verfasste zahlreiche Werke, deren Rang noch heute unbestritten ist:
Amores - Liebesgedichte in 5 Bänden (Ausgabe 20 vor), in redigierter Fassung in 3 Bänden (2 vor)
Heroiden - Hier dichtet Ovid Liebesbriefe bekannter Frauen aus Mythologie und Sage (Ariadne, Helena...)
Ars Armatoria - Der Stein des Anstosses in drei Bänden: So kann ein Liebhaber erhobert und festgehalten werden, zwei Bände für den Herrn, der dritte Band als Waffe der Amazone für die Dame.
Remedia Amoris - die Fortsetzung des in Ars Amatoria beschriebenen: So beendet man eine Liebesbeziehung.
Metamorphosen
Sein wohl berühmtestes Werk, das einen ebenso gelehrten wie unterhaltsamen Überblick gibt, wo in der griechischen oder römischen Mythologie ein Wesen in einen anderen Zustand überführt wird (Metamorphos = Verwandlung). Ein Kompendium mythologischer Figuren.
Die im "Schwarzen Netz" zitierte Ausgabe ist in der Regel die 1999 bei Artemis und Winkler erschienene Übersetzung von Gerhard Fink, Reihe Tusculum Studienausgabe, Düsseldorf, Zürich.
Fasti - Ein Lehrwerk zum römischen Religionskalender. Weil Ovid in der Verbannung der Zugang zur wissenschaftlichen Literatur verwehrt war, brach er die Arbeit an dem Werk nach sechs Bänden ab. Geplant war es, jedem der Monate einen Band zu widmen. Daß dieses Werk nicht vollendet werden konnte ist besonders für den religionsgeschichtlich Interessierten ein Jammer.
Ibis - ein Fluch, gerichtet an einen uns unbekannten.
Medicamina faciei feminae - Ein Gedicht über Kosmetik, von dem leider nur Fragmente erhalten sind.
Medea - Tragödie. Von dem Werk ist nichts erhalten.
Tristia und Epistulae ex Ponto - Elegien über das Exil und die Reise nach Tomis.
Tomis am Schwarzen Meer wurde dem verwöhnten Dichter Ovid zum Schreckensort, an dem er allein in der Dichtung Trost fand und über die Wechselhaftigkeit menschlichen Glücks nachsinnen konnte.
Holzberg, Niklas (1997) Ovid. Dichter und Werk. C.H.Beck. - Niklas Holzberg bietet mit seinem Buch eine Gesamtdarstellung der Werke Ovids. Mit Charme und auf profunde Kenntnis des antiken Dichters gestützt, präsentiert er klar und verständlich die erotischen, mythologischen, politisch heiklen und verzweifelten Gedichte, die zu den schönsten Schätzen der Weltliteratur gehören.
Albrecht, Michael von (2000): Das Buch der Verwandlungen. Ovid-Interpretationen. Winkler, München