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| Römer | |
Ein römischer Geschichtsschreiber; der Name Publius ist unsicher. Geboren wurde er 55/56 in Südgallien oder Norditalien. Sein Weg führte ihn über die Rhetorik in höchste Staatsämter am Hofe Kaiser Vespasians (69 bis 79). 88 war er Prätor und Mitglied einer Priesterschaft, die Kulte fremder Gottheiten betreute.
Als er nach vier Jahren in der Provinz nach Rom zurückkehrte, erlebte er dessen Herrschaft unter Domititian in verwahrlostem Zustand. Am Beispiel der Germanen, den unbezwungenen Stämmen an den Nordgrenzen des Reiches, zeigte er in seiner 98 entstandenen Germania (De origine et situ Germanorum) das Ideal unverfälschter Sitte als Gegenbild zur ausschweifenden Dekadenz des imperialen Roms.
Hier zitiert ist — soweit nicht anders angegeben — die 1991 im Deutschen Taschenbuch Verlag, München, erschienene 8. Auflage der von J. Lindauer übersetzte und kommentierten Germania des Tacitus.