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| Etrusker / Griechen | |
(auch Tyrsenos) Herodot berichtet, in Möonien (Lydien) habe eine Hungersnot geherrscht. Darum beschloß man, daß Tyrrhenus, der Sohn des Atys und der Kallithea, mit einer Hälfte des Volkes auswandern solle (Herodot, Klio, I.94).
So geschah es und das Volk ließ sich in Italien nieder, wo aus ihnen die Etrusker hervorgegangen sein sollen, welche die Griechen nach Tyrrhenus Tyrrhener nannten.
Es heißt auch, zur Behebung der Hungersnot hätten Tyrrhenus und sein Bruder Lydus, mit dem er gemeinschaftlich regierte, auch ihr Volk in Hälften geteilt. Jeweils eine sollte während der Notzeit einen Tag hungern und sich mit Spielen darüber hinweg trösten, am nächsten Tag im Wechsel die andere Hälfte. Weil das aber keinen Erfolg zeitigte, zog Tyrrhenus mit seiner Hälfte fort.
Bei Smyrna eroberte Tyrrhenus eine Flotte und suchte zunächst in der Ägäis nach Siedlungsraum, dann in Ägypten, wo ihnen aber der Zutritt verwehrt wurde. Endlich wandte man sich Italien.
Sein Ziel soll er nicht erreicht haben, sondern er soll im nach ihm benannten Tyrrhenischen Meer umgekommen sein. Sein Sohn Tuscus habe aber die Unternehmung zum Erfolg geführt und sei Namensgeber Tusciens (heute Toscana) und der Tuscer geworden.
Für diese Angaben des Herodot spricht, daß es in Lydien eine Stadt namens Tyrrha gab und ein Tyrsener genanntes Seeräubervolk kurz in der Ägäis Siedlung hatten, aber bald wieder verschwunden war. In Ägypten wurde ein erfolgloser Einfall eines Turuscha (Tursa vom Meere) genannten Volkes vermeldet. Für diese Aufenthalte fanden sich Anhaltspunkte in Form archäologischer Funde etruskischen Ursprungs.
Auch kultische Übereinstimmungen sprechen für ihn. So finden sich ausgedehnte Totenstädte, getrennt von denen der Lebenden, in Lydien wie im Siedlungsgebiet der Etrusker. Die lydische Gottheit Tarku soll dem Tarchu der Etrusker entsprechen.
Später schloß sich auch Strabon der Meinung des Herodot an und führte weiter aus, die Leute des Tyrrhenus hätten unter Führung des Tarko die bekannten zwölf Städte der Etrusker gegründet.
Als Eltern des Tyrrhenus werden auch Herakles und Omphale angegeben, als sein Vater gilt auch Telephus. Möglicherweise ist dieser Tyrrhenus identisch mit jenem Tyrrhenus, der als Sohn des Herkules galt und Erfinder der Trompete sein soll.
Dessen Leute hätten gemeinsam einen Menschen verspeist, weshalb die Einwohner der Gegend furchtsam auseinander liefen. Tyrrhenus blies eine durchlöcherte Schneckenschale, um sie wieder zu versammeln (Hyginus, Fab. 274).