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   Kulturen und Völker - Semiten
 

Ammoniter, Ammon

Ein besonders aus der Bibel bekannter, zu den Aramäern gehörender semitischer Stamm. Im 12. Jh. v. wurde er am oberen Jabbok (Nebenfluß des Jordan) seßhaft und begründete einen Staat um die Hauptstadt Rabba. Die Bibel berichtet von Zusammenstößen der Ammoniter mit den östlich des Jordan siedelnden Israeliten (Richter 10-11, 1. Samuel 11), David konnte sie nach 2. Samuel 10,1-11,1 u. 12,26-31 besiegen. Später erlangten sie wohl ihre Selbständigkeit wieder, waren aber den Assyrern tributpflichtig. 582 gerieten die Ammoniter unter die Herrschaft Babylons, dann nacheinander unter die der Perser, Griechen und Römer (Reclams Bibellexikon 1982, S. 32).

Gott der Ammoniter war nach Jeremia 49,1-6 der Milkom, der hier als Besitzer von Land und Volk dargestellt ist. Salomo ließ für seine ammonitischen Frauen einen Tempel des Moloch errichten (1. Könige 11,3-8).

Die Ammoniter stammen laut Genesis von Lot, dem Neffen Abrahams, und dessen jüngerer Tochter. Das Kind dieser inzestösen Verbindung war Ammi (1. Mose 19,36-37).

Als die Israeliten in das Ostjordanland vordrangen und die Amoriter geschlagen hatten, stoppte der Grenzfluß Jabbok ihren Vormarsch, „denn die Grenzen der Kinder Ammons waren fest” (4. Mose 21,24).
Nach dem biblischen Buch Richter soll es zur Feindschaft Ammons mit Israel gekommen sein, weil die Israeliten vom Glauben an ihren Gott Jahwe abgefallen waren und viele Gottheiten (Baalim) der Nachbarvölker verehrten, darunter auch die der Ammoniter, wofür Jahwe sie den Philistern und Ammonitern unterliegen ließ (10,6-7). Erst als sie zum Jahwedienst zurückgekehrt waren (10,15-16) gelingen unter dem Richter Jephthah militärische Erfolge (11).