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   Vorderasien - Schauplätze und Völker
 

Syrien, Syrer

Das alte Syrien, von den Türken Surija, von den Arabern Esch-Scham genannt, umfasste ein weit größeres Gebiet als den heutigen Staat Syrien. In der Antike verstand man darunter das Gebiet zwischen dem Euphrat im Osten, dem Taurusgebirge im Norden, der Mittelmeerküste im Westen und der Halbinsel Sinai im Süden. Das Gebiet des alten Syrien teilen sich heute die vier Staaten Syrien, Libanon, Jordanien und Israel.

Charakterisierend sind neben der Syrischen Wüste die nach Süden gerichteten Gebirgszüge Libanon (bis 3068 m) und Antilibanon (bis 2759 m), die eine Brücke zwischen Taurus und westarabischen Hochland bilden.

Klimatisch ist zwischen diesen Hochgebirgsgpfeln und dem 394 Meter unter dem Meeresspiegel gelegenen Toten Meer fast alles vorhanden, vom Schnee bis zur Wüstenglut, wobei die Menge der Niederschläge von Norden nach Süden und von Westen nach Osten hin abnehmen. Ausgeprägt ist eine Regenzeit von Ende Oktober bis März/April, ehe nach einem kurzen Frühling der trockene Sommer beginnt. „Von den Palmenhainen Jerichos zu den Schneefeldern des Libanon ist soviel wie eine Reise vom Äquator nach dem Nordpol” (HEDIN, 1918, Jerusalem, S. 5).

 

Geschichte

Das Land an der Schnittstelle der drei alten Kontinente ist seit Alters her Schauplatz von Wanderungen und Kriegen zahlreicher Völker. Uralte Spuren menschlicher Tätigkeit zeugen von einer Besiedlung Syriens durch Kanaanäer und Hurriten (~ 4. Jt. v.), später drangen Aramäer in das Gebiet ein. Es eroberten das Land die Assyrer, die ihrerseits 539 v. von den Persern abgelöst wurden. Nach dem Durchzug Alexanders auf dessen Weg nach Ägypten (332v.) wurde Syrien zum Zentrum der Seleukiden, den Erben des mazedonischen Eroberers.
Die Römer eroberten unter Pompejus auch Syrien und machten es 64v. zur Provinz Syria (Haupstadt Antiochia), die von den Parthern bedrängt und 40n. von ihnen teilweise erobert wurde. 67 wurde Palästina als besondere Provinz von Syria abgetrennt. Mit der Teilung Roms 395 ging Syrien an Ostrom/Byzanz. 612 gelang dem Perserkönig Khosroes II. die Einnahme Syriens, aber bereits 634 begann der arabische Einfluß zu wirken (635 Eroberung von Damaskus, 637 von Antiochia).

Nach einer zwischenzeitlichen Dominanz seldschukischer Türken wurde das alte Syrien zum Schauplatz der Kreuzfahrerkriege, ehe diese vom Sultan Saladin besiegt wurden. Ihm folgten 1240 die Chorasmier, dann die Mongolen und „im Jahre 1400 fuhr Timur mit den Tataren wie ein Wüstensturm über das Land, das kaum Zeit gehabt hatte, aufzuatmen” (HEDIN, 1918, Jerusalem, S. 8), ehe die Türken zu Herren Vorderasiens wurden.

Von 1517 bis 1918 gehörte Syrien zum Osmanischen Reich, erschüttert 1799 durch den Einfall Napoleon Bonapartes, ehe nach der Niederlage im 1. Weltkrieg 1920 ein Zwischenspiel als französisches Völkerbundmandat begann, das 1944 mit der Unabhängigkeit endete.

1958 kam es zur Vereinigung Syriens und Ägyptens zur Vereinigten Arabischen Republik, aber schon 1961 war Syrien wieder selbständig. Der Sechstagekrieg 1967 führte zum Verlust der Golanhöhen, bis heute einer der unzähligen Zankäpfel dieser Krisenregion.

 

Syrische Schrift

Die syrische Schrift ist eine von rechts nach links laufende Konsonantenschrift, die zur Familie der aramäischen Schriften gezählt wird. Vor allem im 4. - 6. Jahrhundert wurde sie von koptischen Christen Mesopotamiens verwendet. Die älteste syrische Schrift ist Estrangelâ, gegen Ende des 5. Jahrhunderts bildeten sich aus ihr die ostsyrische nestorianische Schrift, die bei Nestorianern und Chaldäern Verwendung fand und die von Orthodoxen, Maroniten und Katholiken verwendete westsyrische (jacobitische, eigentlich Sertô) Schrift heraus.

 

Aramäer

Zur aramäischen Kultur Syriens sei die Website http://www.oromoye.de/ der Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland (FASD) e. V. empfohlen, eigene Texte liegen hier im „Schwarzen Netz” noch nicht vor.

 

Orte

Sammlung: Aleppo, Antiochia, Baalbek, Damaskus