| Slawen | ||
(von russ. dom Haus, weißruss. Damavik, ukrain. Domovyk) In slawischer Vorstellung sind dies mit die bekanntesten Hausgeister, verbreitet von Ostdeutschland bis Weißrußland. Im Domovoj, der seinen Platz am Ofen oder auf dem Dachboden hat, wohnt die Seele der Ahnen. Die Domoviye sind Schutzgeister von Herd und Stall. Über dem Haus liegt Segen und alles läuft reibungslos. solange er den Bewohnern wohlgesonnen ist.
Hilfreich wirkt der Domovoj im Haushalt, er stiehlt dem Nachbarn von den Vorräten und besorgt das Vieh. Den Hausherrn, dem er sehr ähnelt, wenn er sich zeigt, warnt er vor Feuer oder Einbrauch. Nur wenn er geärgert wird, kann die Laune des Domovoj umschlagen und er zur Plage im Haushalt wenden. Besonders am 30. März soll er besonders schlechter Laune sein, so daß es sich empfiehlt, ihm Speisen zu reichen und das Vieh, besonders Katzen, eingesperrt zu lassen. Am 28. Januar muß man ihm Kornbrei geben, will man seiner Gunst weiter sicher sein.
Domoviye sind sehr ortstreu. Wenn ein neues Haus bezogen wird, muß der Domovoj besonders darum gebeten werden, mit in das neue Haus zu kommen, ansonsten verbleibt er an seinem angestammten Ort. Um zu vermeiden, daß fremde Domoviye von einem neu bezogenem Haus angelockt wewrden, sollte man im Stall einen Bärenschädel aufhängen (ARROWSMITH, 78).
Dieser Hausgeist wird russisch auch djeduschka genannt, was Großväterchen bedeutet und ein klarer Hinweis auf die Verwandtschaft dieses Volksglaubens mit Ahnenkulten ist. Er bewohnt den Ofen des Hauses. Damit er bei einem Umzug in das neue Haus mitzieht, heizt die älteste Frau des Hausstandes den alten Ofen bis zum Mittag ein und sammelt dann die Glut in einen neuen Topf wobei sie den Geist zum Mitkommen auffordert. In der neuen Wohnung wird das Großväterchen dann von Hausherrn und Hausfrau mit einer feierlichen Bitte zum Verbleib empfangen. Seinen neuen Wohnsitz muß der Geist allerdings erst vom schon dort ansässigen Ofengeist erkämpfen, der Unterlegene rächt sich dann mit Schabernack an den neuen Hausbewohnern. (v. GERAMB i. Handwörterbuch, VI, 1188f.)