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Rügen

Die mit 926 qkm größte zur Bundesrepublik Deutschland gehörende Insel ist durch den schmalen Strelasund vom Festland Vorpommerns getrennt. Mit dem 161 Meter hohen Piekberg (Jasmund) hat das nordöstliche Hügelland der im Süden und Westen ebenen Insel Rügen eine der höchsten Erhebungen Mecklenburg-Vorpommerns. Die Küsten Rügens sind stark gegliedert, Halbinseln sind Wittow mit dem bekannten Kap Arkona im Norden und im Osten Jasmund mit Stubbenkammer und Mönchgut.

Politische Hauptstadt des Landkreises Rügen, zu dem auch die umliegenden Inseln Hiddensee, Ummanz, Vilm u. a. gehören, ist Bergen.

Siedlungsspuren deuten auf eine Besiedlung in frühester Zeit hin, verschiedene Funde werden bis ins Jahr 8000 v. datiert. Jünger sind die auf der Insel verbreiteten Hügelgräber bzw. Meghalith-Bauten jungsteinzeitlich (Burtewitz, Groß Stresow, Lanken-Granitz, Lonvitz), bronzezeitlich (Patzig, Sagard, Stubbenkammer, Wobbanz, Werder).
Aus römischer Zeit stammende Funde deuten auf regen Handel der auf Rügen und umliegenden Inseln ansässigen ostgermanischen Rugier hin, denen die Insel ihren Namen verdankt (oder umgekehrt). Zur Völkerwanderungszeit, zwischen 300 und 600, verließen die Rugier wie viele andere germanische Stämme ihren Siedlungsraum.

Es gibt Vermutungen, daß die germanische Mutter Erde Nerthus auf dieser Insel ihren heiligen Hain hatte, nämlich am Herthasee nahe Stubbenkammer. Diese im 19. Jahrhundert geäußerten Vermutungen gelten aber mittlerweile als überholt.

Die von den Germanen aufgegebenen Gebiete wurden ab etwa 700 slawische Ranen besiedelt. Sie errichteten als bedeutendes Heiligtum die Tempelburg Arkona („Jaromarsburg”), die sich nach Zerstörung der Kultstätte Rethra, deren Lage in Pommern vermutet wird, zum Zentrum westslawischen Heidentums entwickelte. Neben Slawen siedelten auch Skandinavier auf Rügen. Bei Ralswiek fand man Reste einer solchen slawisch-wikingischen Handelsstadt, Münzfunde beweisen Kontakte bis nach Arabien und Persien.

Mehrere auf Rügen verehrte slawische Gottheiten wurden mehrköpfig gedacht, etwa der viergestaltige Svantevit. Gleich sieben Gesichter zählt der „Herr Rügens”, Rugievit, der in einem ehemals bei Garz stehenden Tempel verehrt wurde. Neben diesem Tempel befanden sich in zwei Weiteren die Bilder von Porevit und Porenutius mit jeweils fünf Köpfen.

1168 wurden sämtliche slawisch-heidnischen Kultstätten Rügens vernichtet, als Rügen von den Dänen erobert worden war.

Bis 1325 starb die slawische Linie des FDürstentums Rügen mit Wizlaw III. aus. Dieser Regent tat sich besonders durch (in deutscher Sprache verfaßten) Minnesang hervor.

 

Im Februar 2005 ging ein großes Stück der berühmten Kreideküste verloren, als in Folge der natürlichen Erosion die Hauptzinnen der Wissower Klinken abbrachen.

 

Die neun Berge von Rambin

Einst lebte auf Rügen ein gewaltiger Riese, den das Leben auf einer Insel verdroß, weil er auf dem Weg nach Pommern stets das Meer durchwaten mußte.
Also nahm er eine Schürze, füllte Erde hinein und plante die Verfüllung der Meerenge. Die Schürze wurde jedoch löchrig, bei Rothenkirchen fiel Erde herab und bildete die neun Berge von Rambin. Bei Gustow wiederfuhr dem Riesen erneutes Mißgeschick, weitere Erde fiel aus der Schürze und es entstanden dreizehn Hügel. Schließlich erreichte der Riese mit der restlichen Erde die Küste und formte den Prosnitzer Haken und die Halbinsel Drigge, ein kleiner Zwischenraum zwischen Rügen und Pommern blieb jedoch offen.

 

Der Burgsee und der Burgwall

„In der Stubnitz auf der pommerschen Insel Rügen liegt ein mächtiger Erdwall, von hohen Buchen bewachsen und einen langrunden Kreis umschließend, in dessen Mitte mancherlei Baumwurzeln und Steine verstreut liegen. Hart neben dem östlichen Rand des Walles fließt in einem runden und tiefen Kessel ein See, der schwarze See oder Burgsee genannt. Jener Wall heißt der Burgwall. Nach der Landsage soll in diesem Wall vor alten Zeiten der Teufel angebetet und zu seinen Diensten eine Jungfrau unterhalten worden sein. Wenn er der Jungfrau überdrüssig wurde, so führten sie seine Priester zu dem schwarzen See und ersäuften sie darin.” (Kosegarten: Rhapsodien, II, 110, n. GRIMM, Nr. 132)

 

Empfehlenswerte Literatur

Jan Mende: Magische Steine. Führer zu archäologischen Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern. 2. korrigierte Auflage (Orig. 2002), Konrad Theiß Verlag, Stuttgart, 2004. ISBN 38062162X.