| Slawen | ||
Bei südslawischen Völkern weibliche Wind- und Totengeister. Abhängig von ihrem Wohnort unterscheiden sich Land-, Wald-, Wasser- und Wolken-Vilen. Entsprechend variiert ihre Gestalt, sie erscheinen in Gestalt von Falken oder Schwan, Pferd oder Wolf. Die Vilen verstehen auch die Sprache dieser Tiere, sie sind ebenso heilkundig wie todbringend.
Die Slowenen sahen in den Vilen die Seelen verstorbener Mädchen, da nach dem Tod in ihrem Grab keine Ruhe finden. Sie locken als Mädchen von großer Schönheit mit langem, blondem Haar junge Männer an, um sie zu verschleppen. Dazu beschiessen sie ihr Opfer mit Pfeilen.
Baumlebende Vilen sterben mit ihrem Baum. Ihren Tod suchen ihre Gefährtinnen zu rächen.
Besonders an einem Dienstag oder einem Sonntag Geborene sollen die Vilen wahrnehmen können. Wem es gelingt, eine Blutsverschwisterung mit einer Vila zu erreichen, kann von ihr in Heilkunde und Zauberei unterrichtet werden (vgl. ARROWSMITH, 239).
Ähnlich den südosteuropäischen Vilen der slawischen Völker sind die verschiedenen Nymphen der griechischen Mythologie. Insbesondere das Leben der Dryades und der Hamadryades ist eng mit deren Wohnbäumen verknüpft.