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   Slawen
 

Zorya

Die drei Schicksalsgöttinnen der slawischen Mythologie. Es sind „Drei kleine Schwestern”, die vom Abend, die vom Mittag, die vom Morgen, nach dem alten Mondkalender, der von Mittag zu Mittag zählte.

Die Zorya bewachen den Wolf des Jüngsten Tages, der mit einer Kette an den Polarstern gefesselt ist. Im „Kleinen Bären” kann man ihn nächtens sehen. Eines Tages wird er seine Kette zerreissen und das Ende der Welt eingeläutet.

Diese Weltuntergangsmythen ähneln den Ragnarök der nordischen Mythologie. Bei den Germanen gibt es die drei Frauen des Schicksals als Nornen, die Römer kennen sie als Parzen und die Griechen als Moiren.

In ganz Europa gab es alljährliche Zeremonien zur Reinigung von Dörfern oder Gehöften, bei denen eine Furche um die Orte gezogen wurde. In Rußland gab es noch Anfang des 20. Jahrhunderts den Brauch, neun Jungfrauen und drei Alte eine solche Furche ziehen lassen. Die drei Alten verkörperten dabei die Schicksalsschwestern Zorya. Dabei wurde die Mondgöttin angerufen und wehe dem Mann, der ihnen dabei zufällig begegnete, die mit Schädeln, Sicheln und Keulen bewaffneten Weiber schlugen den als Frevler des Zaubers nieder (WALKER, 286).