Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Mesopotamien - Schauplätze
 

Eridu

„Als das himmlische Königtum auf die Erde kam, entfaltet es es sich in Eridu.” (aus der ältesten überlieferten Königsliste, Ende 3. Jt. v., n. UHLIG (2002), S. 21)

Eridu war eine Stadt im südlichen Mesopotamien. Zur Zeit seiner Gründung — im 4. Jahrtausend v. — lag Eridu noch am Wasser. Als Eridu nach 2.000 v. immer mehr versandete, gab man die Stadt auf.

In Eridu verehrte man Enki, den Gott der Weisheit, der Orakel und der Heilkunde. Er verwaltete die „hundert göttlichen Kräfte” Me, welche seiner Stadt Eridu die Vormachtstellung über die anderen sumerischen Städte sicherten (UHLIG (2002), S. 26).

Durch die Unachtsamkeit des oft leichtfertigen Enki endete nach mesopotamischen Mythos die Blüte Eridus und Uruk stieg zur mächtigsten Stadt Sumers auf.
Die verführerische Göttin Inanna hatte sich die damals noch machtlose Stadt Uruk auserkoren. Um dieser zu Macht zu verhelfen, umgarnte sie bei einem Gastmahl der Götter den berauschten Enki. Sie bat den Trunkenen, einmal die von ihm gehüteten Kräfte Me betrachten und erproben zu dürfen. Der willigte ein, doch packte Inanna die Kräfte rasch und entschwand auf ihrem Himmelsschiff nach Uruk, wohin sie die hundert göttlichen Kräfte brachte. Damit war der Verfall der Stadt Eridu besiegelt und Uruks Blüte begann (UHLIG (2002), S. 34f.).

Die ersten Könige Eridus waren laut oben genannter Königsliste Alulim und Alalgar. Dieses sollen sagenhafte 28.800 bzw. 36.000 Jahre regiert haben unglaublich, aber in der Zeit vor der Sintflut nichts Ungewöhnliches, finden sich derartige Zeitspannen, wenngleich etwas weniger phantastisch, doch auch in den Geschlechstregistern der Bibel (1. Mose 5). Als Deutung bietet H. UHLIG an, darin drücke sich der Gedanke von Dauer aus, welche vor der Urkatastrophe der Sintflut geherrscht habe (Die Sumerer (2002), S. 21f.).