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   Sumerer
 

Me

Die „hundert göttlichen Kräfte”. „Herr aller Me” ist der Gott Enmesarra, „Frau aller Me” dessen Gattin Ninmesarra.

In wörtlicher Übesetzung soll me „Sein” bedeuten. Sie sind die göttlichen Kräfte der Weltordnung, die den Weltengang bewegen. Die Unterwelt, Städte und Tempel haben ihre Me, von denen die Geschicke der Bewohner abhängen. Ständig ringen die Götter um den Besitz der Me. Einmal verschenkte der berauschte Enki die ihm im Abzu verfügbaren Me an die Göttin Inanna, welche diese nach Uruk brachte (BELLINGER, 305).

Die Me werden erstmals in einer altbabylonischen Götterliste genannt. Hier sind sie wahrscheinlich als Kräfte zur Abwehr von Dämonen zu verstehen (UHLIG, 38f.).

Nach B. G. WALKER bedeutet das Wort Me „Mutterweisheit”, die Göttin und Urmutter Nammu hatte es ihrem ältesten Sohn übergeben. Ähnlich klingende Worte sind das Sanskritwort medha, „weibliche Weisheit”, für den gleiche Begriff benutzt das Ägyptische met. Wie auch das griechische meter („Mutter”) bedeutet der Begriff überdies ein dezimales Rechensystem (vgl. Metrik, Meter). Weiter meint Me „die magische Macht des Schicksals, religiöse Inspiration und Heilmagie” (vgl. Medizin). Viele Namen der Großen Göttin enthalten die Silbe in ihrem Namen, Medea, Medusa, Metis, Mene, Maat, Demeter (Das geheime Wissen der Frauen, 690f.).